Der E-Scooter kann in vielen Fällen das Auto ersetzen, richtig eingesetzt könnten E-Scooter eine perfekte Symbiose mit dem ÖPNV eingehen. Parkplatzsuchen in den Großstädten gehörten der Vergangenheit an. Also kauften Petra und ich uns nun auch eigene E-Scooter für den Weg zur Arbeit und für die Freizeit. Für mich musste es ein Roller mit großer Reichweite sein, denn trotz Bahn müsste der Elektroroller täglich noch etwa 26 Kilometer überbrücken. Der schweizer Soflow SO2 sollte es werden. Ein höherpreisiger Roller im edlen Design mit vielen Features. Letztlich fiel er allerdings leider im Test durch. Lies hier im Erfahrungsbericht, warum es dazu kam…

Spaß und der Umwelt was Gutes tun!

Ja, beides kann man vereinen. Wird ein E-Scooter richtig verwendet, dient er auch dem Klimaschutz. Nebenbei kommst Du für etwa 30 Cent ganze 100 Kilometer weit! Dass Leihscooter in den Großstädten überall rumliegen liegt nicht an der Idee selbst, sondern daran, dass sowohl die Anbieter als auch die zuständigen Behörden nicht hart genug durchgreifen. Da ein Nutzer eh online bezahlt, könnte man ihm mit Leichtigkeit und einer großen rechtlichen Sicherheit eine Strafgebühr fürs Falschparken aufbrummen. Vandalismus ist allgemein ein Problem und macht natürlich vor Leihgeräten auch nicht Halt.

Ein eigener Elektroroller wird aber garantiert vom Fahrer besser behandelt als das Mietgerät, daher wird es hier wohl keine Berge von E-Scootern auf Gehwegen geben.

Am Beispiel von Petra könnte sie bei gutem Wetter jährlich etwa 500 Kilometer einsparen. In meinem Fall mit Zug und Roller wären es sogar über die warmen Jahreszeiten etwa 25.000 Kilometer, wovon davon alleine knapp 3000 Kilometer der E-Scooter einsparen würde. Und hier sind noch nicht die kleinen alltäglichen Touren zum Arzt, zum Bäcker oder zum Geldautomaten im Dorf mit eingerechnet.

Eigentlich könntest Du nun tolle Bilder sehen...

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Normal geben wir uns immer Mühe, das Produkt ins rechte Licht zu rücken. Leider hielt der gekaufte E-Scooter mit Straßenzulassung solange aber erst gar nicht durch. Bei meiner Entscheidung, welcher Roller es nun werden sollte, legte ich großen Wert auf Reichweite und Sicherheit. Der SO2 aus der Schweiz versprach zunächst das richtige Gesamtpaket bieten zu können…

Der Elektroroller SO2 von dem schweizer Unternehmen Soflow:

Soflow SO2

Modell: Soflow SO2

  • Gewicht: 15,5 Kilogramm, ÖPNV erlaubt meist nur bis 15 Kilogramm die Mitnahme
  • Dimensionen: 15 x 108 x 100 Zentimeter
  • Reichweite: 40 (45) Kilometer
  • In Deutschland zugelassen: Ja
  • Räder: 8,5 Zoll aus Vollgummi ohne weitere Federung
  • Maximalgeschwindigkeit: 20 Stundenkilometer
  • Wegfahrsperre: Nein!
  • Lenker: höhenverstellbar
  • Akku: 12,8 Ah, herausnehmbar mit Schlüssel, 4 Stunden Ladezeit
  • Tacho: Allzeitkilometer, Geschwindigkeit, Akkustand, Licht immer an
  • Maximale Belastung: 120 Kilogramm
  • Klappbar: Ja
  • Antrieb: Hinterrad
  • Klingel: Ja
  • Fahrmodi: Nur ein Fahrmodus

In diesem Erfahrungsbericht geht es ausschließlich um den Soflow SO2. Oft wird dieser mit dem Soflow SO6 verwechselt, der auch durch die Werbeaktionen von 1&1 bekannt ist. Der Hersteller selbst vertreibt den SO2 inklusive ein Jahr Teilkasko aktuell für 899,- Euro. In den bekannten Preisvergleichsportalen und den Händlerplattformen gibt es ihn neu bereits ab 550,- Euro. Ich selbst kaufte ihn für etwa 585,- Euro bei alternate.de. Inzwischen gibt es ihn dort allerdings nicht mehr.

Es fällt direkt auf, dass es für den SO2 verschiedene Angaben gibt. Der Hersteller selbst schreibt auf seiner Webseite, dass der Motor 500 Watt hätte. In echt hat er aber nur 350 Watt am Hinterrad, was auch wiederum in den beiliegenden Papieren drin steht. 

In der Gebrauchsanweisung gibt es auch diverse Widersprüche oder fehlerhafte Darstellungen von Grafiken. So steht zum Beispiel drin, dass man durch Drauftreten auf das hintere Schutzblech bremsen könnte. Dies stimmt so nicht. Man hat zwei Bremsgriffe am Lenker für vorne und hinten. Das Schutzblech ist hierfür nicht geeignet! Auch passt der Hersteller wohl öfters die Reichweite an.

Insgesamt wirkt alles ein wenig zusammengeschustert. Schade, denn die Grundsubstanz ist wirklich sehr gut!

Ein wenig Erfahrung ist bereits im Spiel

E-Scooter mit Nummernschild
Hinterradantrieb
Soflow SO2 Bremse
Gelochte Scheibenbremse

Oft liest Du Test- oder Erfahrungsberichte, da merkst Du schnell, dass der Schreiber eigentlich nicht im Thema ist. Bei uns kannst Du Dir sicher sein, dass wir bereits zu den Pionieren in Deutschland gehören. Nachdem wir 2018 in San Francisco zum ersten Mal einen solchen Elektroroller sahen, fuhren wir inzwischen in Europa hunderte Kilometer mit den unterschiedlichsten Leihmodellen und inzwischen auch mit eigenen Elektrokleinstfahrzeugen.

Auch von technischer Seite aus, ist viel Hintergrundwissen im Spiel. Mehrere Jahre nahm ich an Radsport- und Triathlonveranstaltungen teil, arbeitete während der Schulzeit bei einem großen Sportartikelhändler im Verkauf und der Werkstatt für Fahrräder und bin nun seit Jahren bei einem Großhändler für Powersportsartikel in leitender Funktion.

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Eine lose Lenkstange führte zum Abbruch unseres Tests

Lenkstange
Schnellverriegelung für Höhenverstellung
Lenker

Eigentlich sollte man von einem schweizer Unternehmen erstklassige Qualität erwarten. Leider passierte uns aber in etwa das, was bereits auch Stiftung Warentest erleben musste. Bei deren Test gingen gleich zwei Roller dieses Modells bereits nach 11 und 14 Kilometern am Klappmechanismus zu Bruch.

Ähnlich sah es bei uns aus. Bereits am ersten Tag nach Erhalt testete ich auf einem Privatgrundstück kurz, ob alles intakt sei. Anschließend schloss ich online über Check24 bei dieBayerische eine Teilkaskoversicherung ab. Nach wenigen Tagen erhielt ich dann das Kennzeichen. 

Letzten Sonntag sollte es dann also soweit sein. Der sehr stabil wirkende schweizer Roller sollte auf seine erste große Tour gehen. Da Petras E-Scooter noch kein Nummernschid hatte, fuhr ich also mit dem Fahrrad und Petra mit dem SO2 durchs Land…

Reichweite und Gesamtpaket schienen zu stimmen

Zunächst überzeugte der E-Scooter deutlich. 45 Kilometer werden als erwartete Reichweite seitens Hersteller angegeben. Diese ist natürlich von Witterung, Topografie, Fahrstil und Fahrergewicht abhängig. Auf dem simplen Bildschirm sind neben der aktuellen Geschwindigkeit und dem Allzeitkilometerstand auch fünf Balken für den Füllstand des Akkus sichtbar. Jeder Balken simuliert also etwa 20 Prozent der gesamten Reichweite. Nach vier verstrichenen Balken und 30 Kilometer bewegten wir uns auf hügeligen Terrain also auf jeden Fall Richtung der erwarteten Reichweite. Durch mehrere steile Berganstiege wäre eine Reichweite von 35 bis 40 Kilometer wirklich akzeptabel.

Einzig der etwas lose Steuersatz machte bereits auf sich aufmerksam. Der Steuersatz beim Fahrrad ist das Bauteil, welches als Kugel- oder Nadellager die Gabel und den Vorbei mit dem Rahmen verbindet. Einfach ausgedrückt, das Lager, das das Drehspiel verusacht. Der von Stiftung Warentest und auch in vielen Foren heiß diskutierte Klappmechanismus hingegen scheint trotz teils buckeliger Piste zu halten.

Und dann krächzte plötzlich alles

Klappmechanismus mit Bolzen
Klappmechanismus
Klappmechanismus
Steuersatz
Steuersatz

Zwei Tage später wollte ich nach Feierabend ein paar Runden durchs Dorf drehen, um wirklich die Reichweite auszureizen, dazu kam es aber leider nicht. Beim Fahren über neuen glatten Asphalt krächzte der Klappmechanismus und auch das Spiel des Steuersatzes war gefährlich groß.

Sofort fuhr ich nach Hause und schaute mir die Partie am Roller genau an. Sämtliche Verschraubungen waren und sind werksseitig fest. Dennoch verursachte der Klappmechanismus diese fürchterlichen Geräuche. Ein Bruch dieses Bauteils kann bei Fahrt ernsthafte Folgen mit sich ziehen!

Des Weiteren schaute ich mir das Spiel des Steuersatzes an. Testen kannst Du es ganz einfach selbst. Wie auch beim Fahrrad hältst Du die Vorderradbremse gedrückt und probierst dennoch das Gefährt nach vorne und hinten zu schieben. Dieses Spiel soll minimal sein. Ideal ist es, wenn Du leicht lenken kannst und dennoch kein spürbares Spiel bemerkbar ist.

In meinem Fall waren es am Ende der Lenkstange, also am Lenker mindestens zwei bis drei Zentimeter!!!

Test beendet!

Oft testen wir Leihgeräte oder bekommen vom Hersteller Produkte gestellt, in diesem Fall suchte ich allerdings für mich selbst nach einer Möglichkeit, zumindest im Sommer ein wenig aufs Auto zu verzichten und einen Mix aus E-Scooter und Bahn zu verwenden. Dies sollte ein ganz interessanter Selbstversuch werden, denn obwohl ein E-Scooter die perfekte Symbiose mit dem ÖPNV eingehen könnte, scheinen sich die Verkehrsunternehmen in vielen Fällen sogar hiergegen zu wehren.

Schade drum, zunächst schien der Soflow SO2 mein perfekter Weggefährte im Alltag und vor allem auf Dauer zu werden. Nach meinen Erfahrungen und auch weiteren Tests anderer, habe ich in dieses Gerät kein Vertrauen mehr und schickte ihn als Gewährleistungsfall zurück zum Händler.

Das Testergebnis:

Das letztliche Risiko eines Defektes mit Verletzungsgefahr überschattet hier leider die Bewertung, daher kann auch kein abschließendes Urteil gefällt werden. Die Erfahrungen und Tests anderer bestätigen auch meinen Eindruck, dass es wohl kein Einzelfall sein mag.

Preis/Leistung*
0/5
Sicherheit*
0/5
Verarbeitung*
0/5
App-Nutzung
0/5
Anbauteile
3.5/5
Antrieb
4.5/5
Optik
4/5
Bremsen
5/5
Klappmechanismus
2.5/5
Tacho
4/5
Akku
5/5
Komfort
3.5/5
Fahrverhalten
4/5

*Kein Gesamturteil! Da der Roller nur eine Fahrt durchhielt, kann man zum Beispiel schlecht das Kriterium Preis/Leistung bewerten. Hätte der Roller durchgehalten wäre dieses „sehr gut“ gewesen, so ist es einfach nicht bewertbar.

Für ein so hochpreisiges Modell sollte man eigentlich ein Art Wegfahrsperre erwarten können. Per Knopfdruck ist das Teil an und fahrbereit. Nur ein Schloss durch das Fachwerk am Gelenk schützt demnach vor Diebstahl. Die austauschbare Batterie hingegen ist mit einem Zylinderschloss geschützt. Eine App-Nutzung gibt es nicht.

Der austauschbare Akku ist ein wirklicher Vorteil. Die Reichweite ist auch unschlagbar. Man merkt wiederum aber an anderen Kleinigkeiten, dass das Gerät nicht ganz durchdacht ist. So wäre der Ständer besser vorne am Trittbrett angebracht. Hinten kollidierst Du mit Deinem Fuß immer mit dem vorgeschriebenen Seitenreflektor, wenn Du ihn ausklappen willst.

Die Scheibenbremse mit gelochter Bremsscheibe am Hinterrad ist gut dosierbar und wirklich stark. Aber auch die Trommelbremse am Vorderrad gibt Sicherheit. Klar wäre eine Scheibenbremse vorne die bessere Wahl, allerdings spielte man hier wohl durchdacht damit, dass die schwächere Trommelbremse gerade für ungeübte Fahrer eine bessere Beherrschbarkeit bietet. 

Warum das Licht immer an ist, ist nicht erklärbar, aber es stört auf der anderen Seite auch nicht. Insgesamt stimmt das Fahrgefühl auf dem stabilen Trittbrett.

Ein ernüchterndes Fazit

Unboxing
SO2 zusammengeklappt
Herausnehmbarer Akku

Schade, dass es wohl kein Einzelfall ist. Der Soflow SO2 hat für mich an Vertrauen verloren. Würden diese Risiken nicht existieren, wäre der Roller der perfekte Begleiter für Alltag und Freizeit. 

Jetzt bin ich natürlich gespannt, ob die Rückgabe auch wirklich reibungslos funktioniert. Notfalls existiert ja noch der Paypal-Käuferschutz. Nach meinem Telefonat mit dem Versicherer soll das ganze recht unkompliziert abgewickelt werden. Der Telefonberater von dieBayerische sagte, dass man lediglich das abgekratzte Nummernschild zusammen mit einer Bestätigung der Außerbetriebssetzung (hier eine Bestätigung der Retoure) und einem kurzen Schreiben bezüglich des Wunsches der Versicherungsauflösung an sie schicken müsse.