Am 31. Dezember werde ich mindestens 30 mal in einem Flugzeug oder Hubschrauber im Jahr 2019 gesessen haben. Ich war 3 Tage auf einem Kreuzfahrtschiff und fuhr zu einem Großteil der Arbeit wegen knapp 40.000 km mit dem Auto. Fakten, die mich aktuell sicherlich als bösen, der jungen Zukunft zerstörenden, sturen Mensch darstellen lassen…

Und dennoch: "Ich habe kein schlechtes Gewissen!"

Gerade seit der Flüchtlingskrise wurde ganz Europa, insbesondere Deutschland in zwei Lager getrennt. Zwei radikale Lager, bei denen es nur Ex oder Hop gibt. Es gibt kein gesundes Mittel, es gibt keine Gesprächsbereitschaft und schon gar keine objektiven Fakten. Die sozialen Medien unterstützen dies, indem sie jedem eine Stimme geben, auch jenen, die sich in der Realität keiner wahren Diskussion stellen würden oder können.

Dieser Schritt der Radikalisierung bedeutet allerdings Stillstand! Stillstand für alle, ich vermisse die Zeiten, als man ohne emotionale Stimmungen über einen Sachverhalt reden konnte. So etwas lernt man gewöhnlich im Kindergarten und in der frühen Erziehung. Ähnlich der Aussage der USA nach dem 11. September: „Wer nicht unser Freund ist, ist unser Feind!“, gibt es leider keine Kompromissbereitschaft mehr. Man muss nicht das eine oder das andere gut finden, man darf sich auch der Meinung entziehen, man darf auch teils der einen, teils der anderen Meinung sein.

Auch ich wende mich heute subjektiv an Dich.

In der Schule lernte ich, Journalismus soll objektiv sein, er soll alle Seiten durchleuchten, er soll dem Leser eine Grundlage zur Diskussion eines Geschehnisses geben. Erst heute hörte ich im Deutschlandfunk eine Diskussion über klassische Medien und Influencer, ob die Politik und die Presse, soziale Medien vernachlässigt haben. Ein echt interessante Hörershow! Wer glaubt, Journalismus sei objektiv, den hat der Journalismus längst die Augen verwischt. Selbst bei vermeintlich subjektiven Schlagzeilen, wie das Ergebnis eines Fußballspiels, können Wörter, Satzzeichen oder Satzteile aus einem 1:0 ein wahres emotionales Gefühl auslösen. Wie sieht dies erst bei Politik oder Katastrophen aus? – Es gibt keinen objektiven Journalismus! Und dies meine ich auch nicht negativ, man sollte dies nur immer im Hinterkopf halten.

Pilatus

Ich könnte heute über dutzende Themen schreiben, doch ich springe mal auf den Klimawandel auf. Ein sehr wichtiges, ein sehr ernstes und vor allem uns allen zu interessierendes Thema.

Klimaschutz ist wichtig - Umweltschutz ist wichtiger!

Klimaschutz alleine ist nur ein Teil des Ganzen. Allumfassender Umweltschutz hingegen sollte uns alle angehen. Ob es den Klimawandel wirklich gibt, ob der Mensch diesen im großen Maße beeinflusst und ob es nicht eine Erfindung der Politik und Lobby ist, das können wir hier nicht klären. Wir können aber klären, in welchen Maße jeder von uns zu einer besseren Welt beitragen kann!

Gewissensberuhigung durch Facebook-Posts und Demos

Verzeih mir, ich werde in Texten selten emotional und persönlich, aber wenn ich sehe, wie Umweltverschmutzer im Internet und auf der Straße nach außen hin auftreten, vergeht mir das Lachen! Ich rede nun nicht allgemein, ich möchte keine Stereotypen aufgreifen, ich erzähle aus dem nahen und fernen Bekanntenkreis oder von eindeutigen Beobachtungen. Dinge, die ich selbst weiß, keine Erzählungen, Presseberichte oder Hetzkampagnen.

Diskussionen über CO², Feinstaub und Co sind oft eine Mischung aus gefährlichem Halbwissen, gezielter Propaganda oder Blauäugigkeit. Dass Pflanzen durch die Fotosynthese CO² in saubere Luft verwandeln können, ist vielen leider aus ihrer Schulzeit nicht mehr bekannt. Dass fast der gesamte Feinstaub aus der Landwirtschaft kommt und auch eigentlich nicht wirklich gefährlich ist… Dass der technische Fortschritt, neue Technologien, wie die Brennstoffzelle, CO²-neutrale Mobilität schaffen können, interessiert leider keinen. Man gibt sich gerade Mühe, Steuern einzuführen, die jeden einzelnen von uns schröpfen werden. Und das schlimmste daran ist, dass die Umwelt keinen Mehrwert dadurch bekommen wird. Man spricht von Ausgleichszahlungen, man spricht von Umverteilungen,… (Das waren die Worte unserer Bundesumweltministerin in der Bundespressekonferenz zum Thema CO²-Bepreisung). Nun frage ich mich erneut, was hat die Umwelt davon???

Jeden Freitag während der Schulzeit gehen tausende Schüler auf die Straße, sie malen bunte Plakate, fordern nicht sozial- und umweltverträgliche Maßnahmen und werfen danach ihre Plakate in städtische Anlagen. Das ist nun gezielt provokant formuliert! Doch anders bekomme ich leider kein Gehör. Man muss beleidigen, man muss absolutieren, man darf keine Kompromisse eingehen – Das alles bieten die sozialen Medien. Es gibt keine sachlichen Diskussionen, ein Veganer springt auf den CO²-Zug auf und versucht dadurch seine Meinung zu unterstreichen, ein anderer bringt rechte Gewalt mit Flugreisen in Verbindung,… – Was wurde aus Anstand, was wurde aus dem Dialog? 

Ich möchte gar nicht weiter diese Art der Monologe aus PCs in Dachkammern, dem Smartphone oder sonstigen der Gesellschaft fernen Diskussionsplattformen beschreiben. Wir haben das Miteinander verlernt, die Fähigkeit, Probleme gemeinsam, möglichst ohne Zwang für alle zu lösen. 

Kommen wir erneut zu mir...

Ich habe kein schlechtes Gewissen! Warum?! Ich betreibe seit jungen Jahren echten Umweltschutz. Als Kind züchtete ich Ameisenkolonien (zum Leidtragen der Nachbarn), pflanzte dutzende Bäume, hielt mich oft im Wald, an Bächen oder Feldern auf und baute zum Beispiel Futterstellen für Wildtiere. So verbrachte ich meine Kindheit! Tag für Tag!

Später zu Radsportzeiten gehörte ich zu den wenigen, die ihren Müll nicht ins Gras warfen. Dem geringen Einkommen während der Schul- und Studienzeit schuldend, legte ich großen Wert auf Sprit sparendes Fahren, nutzte sofern sinnvoll planbar für fast 90% meiner Fahren Bus und Bahn. Und warf schon damals nicht alle Lebensmittel weg, deren MHD, also dem MINDESThaltbarkeitsdatum, einige Tage überschritten war, weg.

Das mag nun so klingen, als wolle ich mich als Gutmenschen hinstellen, doch wer mich kennt, weiß dass ich alles andere als ein Gutmensch bin. Ich möchte einfach nur ehrlich mit anderen umgehen.

Bereits während meines Studiums investierte ich sehr viel Geld in eine Solaranlage, welche seit 2007 jährlich nachweisbar circa 1500 Liter leichtes Heizöl einspart! Andere investierten ihr Geld in überteuerte Smartphones. Im gleichen Jahr folgte eine noch heute moderne Brennwertheizung. Auch hier eine Heizölersparnis von etwa 40%!!! Seitdem sind 12 Jahre vergangen, das Haus wurde weiter isoliert, seit mehreren Jahren gibt es fast nur A+++ Haushaltsgeräte und LED-Technik, lang bevor es solche Dinge für wenige Euro beim Discounter gab.

Ja und nun reise ich eben viel! (Dafür verreiste ich fast 10 Jahre gar nicht!) Und damit schaffe ich Verständnis für andere Kulturen, unterstütze andere Länder durch Vor-Ort-Einkäufe beim Erzeuger und vor allem erweitere meinen eigenen Horizont! Andere Länder sind uns beispielsweise in Sachen klimaneutraler Mobilität um Jahrzehnte voraus!

Kommen wir nun zu denen, die sich gerade als Klimaschützer im Netz präsentieren!

Genau zu denen, die noch heute ihren Fastfoodmüll nach dem Drive-In-Besuch aus dem Fenster werfen, zu denen, die jahrelang überall ihre Kippen hinwarfen und zu denen, denen das Tierwohl beim Fleischverzehr nur auf Facebook und Co wichtig sind.

Müllstrand

Ich könnte dies nun stundenlang mit weiteren Beispielen vervollständigen, aber auch hier ist der Umwelt nicht geholfen. Es reicht eben nicht, sich auf Facebook gegen Kreuzfahrten, Tiermisshandlungen und Fernreisen zu wehren, einfach aus dem Hintergrund heraus, das eigene Ego zu stärken. Umweltschutz ist kein Ego-Thema, Umweltschutz muss gelebt werden. Ein Auto zu benutzen, um vom Land auf die Arbeit zu kommen ist notwendig, (aber auch hier gibt es Fahrgemeinschaften,) ist es aber notwendig, jeden Tag zig Coffe-to-Go zu trinken? 

Umweltschutz ist wahrer Klimaschutz!

Wenn Du Deinen Müll sortierst, dementsprechend entsorgen lässt, hast Du schon viel getan. Wenn Du anstatt einen Schottergarten, einen blühenden Wildwuchs beheimatest, tust Du schon sehr viel für den Artenschutz. Aktuell werden bei uns sich etwa 8 a selbst überlassen. Dort wachsen tausende Sträucher, Blumen und tummeln sich Millionen Insekten. 

Wenn Du im Urlaub Geld direkt bei Einheimischen ausgibst, hast Du auch sehr viel getan, denn nur so verhinderst Du, dass ärmere Länder Müll aus den reichen Länder dieser Welt aufnehmen und einfach ins Meer kippen oder verbrennen. Auch bei Flugreisen gibt es deutliche Verbrauchsunterschiede der Modelle. 

Das Klima ist nur ein Teil unserer gesamten Umwelt! Alles, was Du in die Natur wirfst, wurde mit einer CO²-intensiven Methode hergestellt. Folglich muss es neu produziert werden. Recycling oder am besten Mehrweg verringert also die Klimabelastung. Viel schlimmer als CO² ist aber das Mikroplastik im Bodenreich, das Verschlucken durch Tiere oder die Verseuchung des Grundwassers!

Egal, was Dir eine Partei verspricht, hinterfrag kritisch, was diese Partei in der Vergangenheit umgesetzt hat. Eine CO²-Steuer gab es schon in zig facher Form, man denke nur an die Öko-, Mineralöl-, Lärmbelastungs-, …,-steuer! Verlasse Dich nicht auf die Politik, tu selbst was für Deine Umwelt! Denn es gibt nur eine Erde!

Erheb Deine Stimme und zwar nicht im Netz!

Im Netz hat jeder eine laute Stimme, denn bei Diskussionen kann man schnell das Weite suchen. Anders sieht es in der realen Welt aus. Wichtig ist immer, dass Du sachlich und höflich bleibst, alles andere disqualifiziert Dich sofort! Egal, ob Du Dich im Recht fühlst oder nicht. 

Obwohl ich sachlich und höflich blieb, wurde ich vor etlichen Jahren von einer Wahlkampfveranstaltung genau dieser Partei entfernt, die zu diesem Zeitpunkt erstmalig mit einer Volkspartei zusammen die Regierung bildete. Diese Partei, die uns heute erneut ein schlechtes Gewissen für unser Alltagsverhalten machen möchte! Damals ging es um den Wahlkampf zur zweiten gemeinsamen Legislaturperiode. Diese Partei, die für Umwelt und sozialem Miteinander steht, diese Partei, die mit ähnlichen Argumenten die Ökosteuer einführte,… Jedenfalls sprach ich den damaligen Fraktionsvorsitzenden darauf an, was denn seine Partei in den letzten vier Jahren gegen Massentierhaltung, für erneuerbare Energien und den Ausbau des ÖPNV getan hätte. Ich war eben genau dieser Partei ein wenig zu grün in diesem Moment!

Steuern helfen nicht der Umwelt!

Wer sich ein wenig in Gesetzestexten auskennt, weiß nach § 3 AO (1): Steuern sind Geldleistungen, die nicht eine Gegenleistung für eine besondere Leistung darstellen und von einem öffentlich-rechtlichen Gemeinwesen zur Erzielung von Einnahmen allen auferlegt werden, bei denen der Tatbestand zutrifft, an den das Gesetz die Leistungspflicht knüpft; die Erzielung von Einnahmen kann Nebenzweck sein.

Nach AO ist es also nicht möglich, eine bestimmte Gegenleistung zu bestimmen! Heißt, Du zahlst zwar aus einem bestimmten Grund diese Steuer, was mit dieser Einnahme jedoch gemacht wird, ist nicht definierbar. Die Ökosteuer ist dazu ein gutes Beispiel, denn ich warte noch heute auf Alleen, Aufforstung und das Ende der Betonburgen in manchen Alpendörfern.

Jeder sollte sein Bestes geben, unsere Umwelt zu schützen!