Ist das Titelbild in diesem Beitrag nicht romantisch, so Natur verbunden? – Mh das dachte ich mir bisher auch! Eher per Zufall entdeckte ich plötzlich auf Facebook ein Bild, was wirklich alles in Frage gestellt hatte. Die Pyramiden von Gizeh und die Sphinx gehören zu den berühmtesten Kulturdenkmäler der Welt. Doch wusstest Du, wie wir das Umfeld dieser Kulturstätte wirklich aussieht?

Ist es Fake oder geschickt kaschiert?

Eins vorweg, ich selbst war noch nie in Ägypten, Petra allerdings schon. In diesem Beitrag geht es mir weniger darum, die Pyramiden von Gizeh in Frage zu stellen, sie stehen eher als bekanntes Beispiel für geschickt geschönerte Urlaubserlebnisse. Ich hätte zum Beispiel auch die Niagara-Fälle nehmen können, dort sieht es nämlich ähnlich aus. Da ich noch nicht in Ägypten war, sind auch in diesem Beitrag die Bilder logischerweise nicht von mir.

Kurz und schmerzlos:

Dieses Bild zeigt den Hinterkopf der weltberühmten großen Sphinx

Die wenigsten stellen sich diese Stadtnähe vor, wenn sie die vielen Reisekataloge oder Reiseführer durchblättern. Man denkt doch eher, dass man in einem nicht ganz verkehrssicheren Reisebus morgens um 7:30 am Hotel abgeholt wird und hunderte Kilometer in die Wüste fährt… 

Dieses Bild zeigt die unverblümte Wahrheit, dass wenig von Sahara-Romantik zu spüren ist.

Nicht, dass Du jetzt doch noch denkst, ich möchte Dir Deinen nächsten Ägyptenurlaub madig machen. Ich wollte Dir mit diesem Beispiel nur die Augen öffnen, nicht einfach nur den großen Reiseversprechen bekannter Anbieter Glauben zu schenken.

Warum ist Pauschalurlaub Vertrauenssache?

Inzwischen gibt es glücklicherweise hunderte Verbraucherschutzurteile, die die Rechte der Reisenden schützen. Vor einigen Jahren sah die Welt noch ein wenig anders aus. So ließ ich mich dazu überreden in die Türkei zu fliegen. Das Hotelbild, Anfang der 2000er bereits online, sah traumhaft aus. Ein nagelneues Hotel, strandnah mit einem Art Golfplatz außenrum. Die Realität war eine andere. Das Hotel war umzingelt von Betonbunkern. Und diese Bunker wurden gewiss nicht über Nacht gebaut. Kurzum, ich und meine Mitreisenden wurden an der Nase herumgeführt.

Zum Glück sind inzwischen zumindest europäische Reiseveranstalter dazu angehalten, auch das zu bieten, was versprochen wurde. Deswegen gehe ich auch weltweiten Reisen, außereuropäischen Anbietern größtenteils aus dem Weg. Nur manchmal, sofern meine Kreditkarte einige Risiken abdeckt, handle ich gegen meine Einstellung.  

Gerade bei den bekannten deutschen Anbietern hat sich doch einiges in den letzten Jahren getan. Zu verdanken ist das unter anderem sicherlich den zahlreichen Bewertungsportalen. Auch wenn dies manipulierbar ist, lassen sich negative Bewertungen nicht aus der Welt schaffen. Deshalb rate ich Dir grundsätzlich, lies sowohl positive als auch negative Bewertungen in aller Ruhe durch. Du merkst sehr schnell, ob diese Bewertung fake ist oder nicht.

Produktschwindel ist das eine...

…viel interessanter sind jedoch sehr viel geschönigte Urlaubsbilder von Freunden, Bekannten oder auch Arbeitskollegen. Natürlich neigen die meisten Menschen dazu, möglichst nur das Positive zu zeigen, man möchte ja wohl kaum zugeben, dass der von langer Hand geplante Urlaub zumindest in Teilen ein Flop war.

Los Angeles ist hier ein gutes Beispiel. Letzten Sommer machten Petra und ich doch diesen 2000 Meilen-Roadtrip durch Kalifornien. Los Angeles steht für Mode, Kunst, Film und extreme Lebensfreude! Dachte ich zumindest. Vor Ort war ich bitter enttäuscht. Selbst Hollywood war gelinde gesagt, ein richtiger Schandfleck! Glaubt man seinen facebook-Freunden oder Petra ihrem Instagram-Account, ist es der Ort überhaupt! Wir waren insgesamt fünf Tage vor Ort in allen Stadtteilen und wirklich nichts war wirklich toll. Natürlich gibt es immer verschiedene Geschmäcker, so fand Petra Beverly Hills und Malibu toll, meins war es auf jeden Fall nicht.

Früher fiel es nicht auf!

Lange bevor das Internet in unseren Alltag Einzug hielt, schaute man zusammen mit Freunden deren Urlaubsbilder. Oft war das die einzige Möglichkeit, wirklich Fernweh zu spüren. Hatte man damals ja nur rare Hotelbilder in Reisekatalogen oder immer veraltete Vorortfotos in Reiseführern in 3 x 3 cm Größe.

Flog man dann selbst in die zuvor vom Nachbarn gezeigte und hoch gelobte Reiseregion, spürte man sehr schnell, dass es nur die halbe Wahrheit war. So erinnerte man sich nicht an Müllberge oder strandnahe Abwasserleitungen. Heutzutage hilft uns hier das Internet schon deutlich. 

Doch warum faken viele ihre Urlaubserlebnisse?

Klar, perfekt ist es nirgends. Gerade im Bekanntenkreis träumen viele vom großen meist amerikanischen Lebenstraum aus TV-Serien. Da sieht Malibu und Manhattan erstrebenswert aus. Viele sparen teils mehrere Jahre, um eine solche Traumreise realisieren zu können. Da darf natürlich nichts, aber rein gar nichts das Unternehmen in Frage stellen. Man sucht also teils stundenlang einen schönen Platz, um das perfekte Urlaubsfoto schießen und anschließend posten zu können. Oft genug wunderte ich mich genau darüber auf Reisen, da sieht man viele gefrustete Mädels im Großstadtdschungel, die vergeblich den perfekten Ort suchen, anstatt einfach den Moment auf sich wirken zu lassen…

Ist es schlimm, mal was nicht optimales zu posten?

Nein! Definitiv nicht! Natürlich soll jeder jeder das tun, was er möchte und genau deshalb musst Du Dich nicht für Deinen Urlaub rechtfertigen! Im Gegenteil, ich mag es, wenn jemand offen und echt berichtet. Genau das ist doch das Tolle an fremden Ländern. Man sieht etwas befremdliches, etwas anderes, nicht so, wie es unser Standard definieren würde. Und klar, ich zeige es auch, und zwar gerne!

Es bringt keinem etwas, wenn man versucht, eine Urlaubsregion in einem Licht darzustellen, das es einfach nicht widerspiegelt. Es bringt weder dem Postenden etwas, denn dieser wird definitiv seines Fakes überführt und muss sich gar unter Freunden rechtfertigen, noch bringt es dem Reisenden etwas, denn dieser geht unter Umständen mit ganz anderen Erwartungen auf Reise.

Daher unser Motto: Realtourismus!

In unseren Beiträgen geben wir uns Mühe, der Reise immer etwas Gutes abzugewinnen. Oft kommt es auch vor, dass wir subjektiv von etwas nicht begeistert sind, es aber dennoch positiv niederschreiben, da wir wissen, Dir als Leser wird es mit großer Sicherheit gefallen. Der Roadtrip durch Kalifornien ist hier ein gutes Beispiel. Wir suchen nun nicht unbedingt nach negativen Aspekten, doch sind wir einfach der Meinung, man sollte Dir dem Leser immer eine faire und ehrliche Berichtserstattung abliefern! 

In diesem Sinne, sind wir ehrlich, auch eine schlechte Reise ist eine positive Erfahrung! 
Petra & Michael