1. Die Windmühlen von Montedor

Zu den Mühlen führt ein holpriger Weg durch verwinkelte Gassen. Gleich um`s Eck gibt es auch einen Leuchtturm, doch die stillen Zeitzeugen aus dem Jahr 1855 reizen mich mehr. Da die Stärke und Richtung des Windes immer entscheidend ist, ist der Standort einer Mühle nie zufällig gewählt. Deshalb findet man sie auch häufig auf Küstenanhöhen oder Klippen mit zugigen Windkanälen. Und wenn sie dann für die Dorfbewohner noch gut erreichbar waren – perfekt!

Ich stelle mir das Leben eines Müllers in der damaligen Zeit sowieso alles andere als langweilig vor. Vermutlich war er immer der bestinformierteste Mann im Dorf. Warteschlangen verleiten ja bekanntermaßen zu etwas Tratsch und Klatsch, nicht so, wie bei Kollege Leuchtturm…

Nicht wundern, dass die Windmühlen in Montedor noch so gut erhalten sind, die Anlage wurde zwischenzeitlich restauriert.

Tipp Rechter Hand führt ein Holzsteg leicht abwärts – unbedingt folgen.

Bei optimalen Wetterbedingungen (das Foto entstand im Juni) entgeht dir sonst dieser Anblick. Unfassbar schön dieses Farbenspiel.

2. Praia de Paçô Strände

Ich mag keine überfüllten Strände, wo man wie Ölsardinen nebeneinander liegt. Deswegen wird die Gegend erkundet und Strände angefahren, die nicht so häufig im Reiseführer erwähnt werden. Viana do Castelo hat vor Ort wunderschöne Strände, zum Beispiel den Praia do Cabedelo. Doch wenn man gerade die Windmühlen besichtigt hat, bietet sich ein Abstecher zum Praia de Paçô einfach an. Zurück auf die Bundesstraße N13, Richtung Afife und in ca. fünf Minuten ist man da.

Der Praia de Paçô liegt inmitten einer herrlichen Landschaft. Am Strand sind Ruinen einer Festung aus dem 18. Jahrhundert die zur Verteidigung der Küste erbaut wurden und wenn man den Holzsteg zum Strand runter läuft, glaubt man fast nicht in Portugal zu sein. Die sanft geschwungenen Hügel erinnern an Schottland.

Der Atlantische Ozean

Ein bewachter und fast menschenleerer Strand im Juni 2016

3. Sierra de Arga

Knapp dreißig Fahrminuten von Viana do Castelo entfernt liegt die Sierra de Arga. Ein kleines Gebirge das ca.  825 Meter hoch ist. Wir haben es zufällig in der Ferne entdeckt und spontan erkundet. Was für ein Glück, denn für mich ist es ein ganz persönliches Highlight auf dieser Portugalreise. Selbst jetzt, einen Monat später, schließe ich die Augen und bin wieder an diesem atemberaubenden Fleckchen Erde. Hier oben scheint die Zeit stehen geblieben zu sein. Rinder und Wildpferde (Garrano) laufen frei herum und alles ist so still und friedlich.

Es spricht absolut nichts dagegen mit dem Auto auf den Berg hoch zufahren. Allerdings ist es wichtig das Wetter und die Wolkenbildung immer im Auge zu behalten. Selbst die herrlichste Wolke kann die Sicht versperren, was auf einer Bergstraße nicht ganz ungefährlich ist.

Diese herrliche Aussicht erwartet Dich!

Eine einsame Berggegend eingehüllt in großen, bauschigen Wolken die langsam (auf Augenhöhe!!!) an einem vorbei ziehen. Dieses Naturschauspiel brennt sich tief in meine Seele und ich fühle mich so glücklich und irgendwie befreit.

Und wenn du schon da bist, dann sag doch der lieben Senhora do Minho „Hallo“.

Entweder in der modernen Kirche oder in der alten Steinkapelle (ihr ursprünglicher Ort) dahinter. Diese Marienstatue ist schon etwas Besonderes. Sie trägt eine bunte, traditionelle Tracht und hält zwei Maiskolben in der Hand.

Mais spielt in dieser Region übrigens eine wichtige Rolle und deshalb solltest du auch unbedingt das portugiesische Maisbrot (broa) mal probieren. Es ist leicht süß, feucht und hat eine knusprige Kante.

Tipp Über Descubra Minho kannst du jede Menge Aktivitäten rund um den Minho buchen. Unter anderem auch ein Workshop über die Maiskultur der Region, aber auch geführte Rad- und Wandertouren, Touren mit Essel – ein Spaß für die ganze Familie, oder Yoga unter freiem Himmel.