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Ab sofort findest Du im Trierer Stadtmuseum eine ganz besondere Sonderausstellung zum Thema Karneval. Dabei steht vor allem die Kulturgeschichte dieser Tradition vom Mittelalter bis heute im Fokus. Erfahre dabei alles wichtige zum rheinischen Karneval, insbesondere in der Region Trier.

Karneval, Fasching, Fastnacht, all dies bezeichnet letztlich das gleiche, nämlich die 5. Jahreszeit unmittelbar vor der Fastenzeit. In der Vergangenheit waren vor allem die Römer für ausgelassene Feste bekannt. Trier als älteste Stadt Deutschlands zeugt noch heute von diesem ausschweifenden Lebensstil. Auch wenn erst etliche Jahrhunderte später, nämlich im Mittelalter diese Feierkultur wieder den Weg in unsere Breiten fand, hat man wohl wenig davon verlernt. Man beachte, dass das Mittelalter düster und hart war. Seuchen, Aberglaube und strenge Herrscher ließen da wenig Feierlaune aufkommen. Auch die Kirche zeigte sich damals sehr finster dem Gläubigen gegenüber.

Gerade vor der sehr strengen Fastenzeit entwickelte sich die Fastnacht. Für die damalige Zeit nicht alltäglich, denn schließlich wurden in dieser kurzen Zeit Hierarchien, Regeln und gesellschaftliche Normen auf den Kopf gestellt.

Stadtmuseum Simeonstift Trier

Die Historie des bunten Treibens:

Die ersten Anfänge des heutigen bunten Treibens führen auf das Mittelalter zurück. Dabei grenzt sich die Fastnacht, der Fasching oder auch Karneval eindeutig von anderen Kostümfesten, wie beispielsweise Halloween ab. Jedem sollte bekannt sein, dass die Hochzeit des Faschings in den Tagen vor dem Aschermittwoch stattfindet. Doch was hat der 11.11. damit zu tun? Diese und andere Hintergründe erfährst Du in dieser Sonderausstellung.

Als Fastnacht wird landläufig die Zeit benannt, welche unmittelbar vor Beginn der Fastenzeit ist. Vom Fetten Donnerstag, auch als Weiberfasching bekannt bis eben Aschermittwoch, finden diese ausgelassenen Tage statt. Im noch sehr streng gläubigen Mittelalter war es also die Zeit, in der man noch einmal all das tun durfte, was dann die nächsten Tage strengstens verboten ist. Man durfte also noch einmal ordentlich die Sau rauslassen!

Heute nur noch wenig bekannt, gibt es im Christentum zwei lange Fastenzeiten. Die Fastenzeit von Aschermittwoch bis einschließlich Karsamstag sollte Dir auf jeden Fall bekannt sein. 40 Tage sollst Du auf all das verzichten, was Du nicht zwingend benötigst. Früher sprach man hierbei hauptsächlich von Fleisch und Wein, wobei im Mittelalter das gewöhnliche Volk diesen Luxus eh kaum kannte. Heutzutage sind Begriffe wie Autofasten, Handy- und Alkoholverzicht geläufig.

Es gibt aber auch noch eine zweite Fastenzeit, nämlich vom 11.11., nach dem St. Martinstag bis Weihnachten. Aus diesem Grund entwickelte sich auch der Brauch der Martinsgans. Man wollte noch einmal gut speisen, bevor es bis Weihnachten nicht mehr gab.

Stadtmuseum Simeonstift Trier
Stadtmuseum Simeonstift Trier
Stadtmuseum Simeonstift Trier

Gegen Ende des 15. Jahrhundert war eine neue Zeit geboren. Man entdeckte Amerika, Martin Luther übersetzte die Bibel ins Deutsche und es entwickelte sich langsam eine Bürgerschaft. Auch der Karneval fand Einzug in die Städte, Dörfer, aber auch Klöster. Es wurde so ausgelassen wie noch nie gefeiert. Das närrische Treiben war so ausschweifend, dass Ämter Regeln für das Verhalten im Fasching herausgaben.

1794 marschierten die Franzosen in die Region ein. Als sie dann über die Region herrschten, wurde der Karneval gar gänzlich verboten. Grund war mitunter, dass sich die Bevölkerung durch Karikaturen und Kostümierung über den französischen Adel lustig machten. Als die Franzosen merkten, dass man den Karneval nicht verbieten konnte, entschied man sich dazu, gegen Abgabe einer Gebühr das Tragen einer Maske zu erlauben. Man musste sich allerdings zusätzlich namentlich registrieren lassen. Insgesamt 20 Jahre dauerte diese Herrschaft der Franzosen und sie hinterließ große Einschnitte in den Fastnachtshochburgen am Rhein und Mosel.

In der Ausstellung spielt auch die dunkle Zeit des Nationalsozialismus eine große Rolle. So werden mehrere Beispiele genannt, welcher Gefahr, damalige Karnevalisten ausgesetzt waren. Eine lustige Büttenrede über den Endsieg konnte einen damals ins KZ bringen. 

Jedem Narr sein Kapp...

Heute säumen hunderte Karnevalsvereine Deutschland. Alle sind an ihren Uniformen, Orden und Kappen eindeutig erkennbar. Auch in Trier wurde 1848 der erste Karnevalsorden gegründet: KG Heuschreck 1848 Trier e.V.. Dieser wurde erst viele Jahre später als die Vereine in Köln und Mainz gegründet.

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Gerade Geselligkeit, Zugehörigkeit durch gemeinsame Abzeichen und Kleidung und die Lust am Singen, Tanzen und Trinken fand in der Bevölkerung großen Zulauf.

Wissenswertes über die Sonderaustellung

Die Vorbereitung dieser Sonderausstellung dauerte für die konkrete Realisierung etwa eineinhalb Jahre. Neben der eigentlichen Recherche ist besonders die Organisation von Leihgaben und deren Aufbereitung sehr zeitaufwendig und kostspielig. Allein, bis ein Kostüm richtig auf einer Büste sitzt, kann mehrere Wochen dauern. Da viele Leihgaben aus Privatbesitz stammen, sind diese meist nicht direkt für die Ausstellung in entsprechendem Zustand und müssen erst aufbereitet werden. 

Bloggerin Saarland
Stadtmuseum Simeonstift Trier
Saarland Bloggerin

Farbenfroh in die 5.Jahreszeit!

Gerade in Europa ist Karneval viel mehr als einige Tage ausgelassener Freude. Sowohl der 11.11. als auch die bunten Tage vor Aschermittwoch liegen im grauen Winter. Die bunte Kostümierung erfreut somit unabhängig jeglicher Tradition und Religion den Zweck, die triste Jahreszeit etwas erträglicher zu gestalten. 

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Warum Du Dich überhaupt an diesen Tagen verkleidest, das und viel mehr, erfährst Du natürlich auch in dieser Ausstellung. Soviel sei bereits verraten, je nach Region, Alter und Epoche hatte eine Kostümierung einen anderen Hintergrund. Während heutzutage Kinder gerne in die Welt der Berufe und Helden eintauchen, diente die Verkleidung früher auch dem Zweck der tatsächlichen Unkenntlichmachung der eigenen Person, dem Zwecke, böse Geister zu vertreiben oder der ungezügelten puren Lust. Natürlich konnte sie auch der Absicht dienen, der Obrigkeit ein Zeichen zu setzen. 

In der Geschichte gab es gar feste Regeln, wie man sich mit oder ohne Maske zu verhalten habe. Das Stichwort „Venedig“ sollte hier genannt sein. Aber auch in der weiten Ferne Brasiliens wird heftig gefeiert. Dem Wetter entsprechend aber mit viel Haut und Rhythmus.

Sei schnell, die Ausstellung endet am 26. Februar!

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Entweder oder - Dazwischen ist nicht viel!

Es gibt im Leben nur wenige Dinge, bei denen es nur schwarz oder weiß gibt. Das ist wie Bayern oder Dortmund, wie Kohl oder Schröder, es gibt kein Dazwischen! So ist es auch beim Karneval. Entweder Du magst oder hasst ihn. Um Deine Meinung Kund zu tun,  kannst Du diese an ein Whiteboard heften! Das Lesen ist mitunter äußerst amüsant. 

Stadtmuseum Simeonstift Trier

Einer der frühen Kritiker des Karnevals war der Reformator, Martin Luther. Er verstand nicht, warum man denn noch einmal in Völlerei leben sollte, bevor man sich dann ganz streng den damaligen Fastenregeln widmen würde. Martin Luther war bekannt für seine neuen Wege, den Menschen den Glauben nahe zu bringen. Auch wenn er selbst nie vorhatte die Kirche zu spalten, kam es dennoch  dazu. Umso verwunderlicher, dass gerade er sich als Gegner des bunten Treibens outete.

Neben ihm gibt es eine ganze Reihe Künstler und Schriftsteller, die auch wenig Sinn darin sahen, erst gegen alle Regeln zu verstoßen, um dann anschließend in Buße zu leben. Ihrer Meinung nach sei es viel erstrebenswerter, seinen gesamten Lebensstil immer moralisch korrekt zu leben.

Der Ausstellungstrailer:

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Die alten Weiber...

Jedes Kind weiß, dass die Fastnacht mit dem Fetten Donnerstag beginnt. In anderen Regionen hat dieser besondere Tag allerdings andere Namen: Weiberfastnacht, Weiberfasching, Schwerdonnerstag,… Gemeint ist aber immer dasselbe. Der Donnerstag vor Aschermittwoch. Die Vorgeschichte stammt hierbei aus dem Mittelalter. Damals gab es eine deutliche Vorherrschaft der Männer in allen Bereichen des Alltags. Aus dieser Situation heraus entstand dann die verkehrte Welt. Am Altweiberfasching regieren die Frauen. Dies wurde natürlich gerade im Rheinischen mit ordentlich Wein gefeiert. 

Stadtmuseum Simeonstift Trier
Stadtmuseum Simeonstift Trier

Heutzutage ist besonders die rheinische Weiberfastnacht bekannt. Während früher eher Bonn vorherrschend war, ist Köln heute ein Hotspot. In anderen Regionen der Republik werden an diesem Tag Rathäuser gestürmt und fleißig Krawatten abgeschnitten.

Öffnungszeiten und Adresse:

Montag bis Sonntag: 10:00 bis 17:00

Simeonstraße 60, 54290 Trier

Öffentliche Führungen im Januar und Februar:

12.01.20 – 11:30

Die Welt steht Kopf. Eine Kulturgeschichte des Karnevals

Kuratorenführung durch die Ausstellung. 6,- Euro

21.01.20 – 19:00

Die Welt steht Kopf. Eine Kulturgeschichte des Karnevals

Kuratorenführung durch die Ausstellung. 6,- Euro

02.02.20 – 11:30

Musikalische Führung für Kinder und Familien mit Dr. Dorothée Henschel. Es musiziert Familie Braun.

1,- Euro

16.02.20 – 11:30

Die Welt steht Kopf. Eine Kulturgeschichte des Karnevals

Kuratorenführung durch die Ausstellung. 6,- Euro

26.02.20 – 13:00

„An Aschermittwoch ist alles vorbei“

Finissage mit Heringessen, Anmeldung erforderlich, 20,- Euro

Zusätzlich gibt es spezielle Angebote für Kitas und Schulklassen. Weitere Informationen kannst Du hier nachlesen. Am 08.02.20 – 15:00 findet zudem eine Führung für Hörgeschädigte in Gebärdensprache statt. Die Begleitperson ist im Eintrittspreis von 6,- Euro inklusive.

Das Stadtmuseum Trier im Netz:

Vorträge im Januar und Februar:

28.01.20 – 19:00

Heil Hitler und Helau. Karneval im Nationalsozialismus

Vortrag mit Frau Jutta Albrecht. 6,- Euro

11.02.20 – 19:00

Künstlerkarneval und Künstlerfeste in der Moderne

Vortrag mit Dr. Dorothée Henschel. 6,- Euro

18.02.20 – 19:00

Karneval in Venedig. Die venezianische Festkultur des 17. Jahrhundert

Vortrag mit Dr. Julia Niewind. 6,- Euro

Die Welt steht Kopf

Eine Kulturgeschichte des Karnevals

Sonderausstellung im Stadtmuseum Simeonstift 
10. November 2019 bis 26. Februar 2020

 

Für wen ist diese Ausstellung geeignet?

Die Sonderausstellung ist nicht nur für Karnevalisten geeignet. Viel mehr soll ein Verständnis für dieses traditionelle bunte Treiben geschaffen werden. Somit sind auch alle Faschingsmuffel herzlich willkommen. Auch wenn man selbst keinen Spaß daran hat, bringt die Ausstellung einem das Verständnis näher, warum sich viele schon das ganze Jahr auf die 5. Jahreszeit freuen.