Es ist gerade einmal wenige Monate her, als wir im November 2017 mit Eurowings von Köln nach Miami flogen. Und schon ist dieser Flug wieder Geschichte. Leider spiegelt dies den Alltag von Eurowings wider. Eurowings wechselt monatlich Flugdestinationen ohne erkennbare Gründe.

Ärgerlich, denn eigentlich war alles ganz ok, vergisst man mal das unqualifizierte Bodenpersonal. Eurowings wollte mit dem Hintergrund der Lufthansa als Gewinner aus der Air Berlin Pleite gehen, doch dies ging wohl mächtig nach hinten los. Gar die Bundesregierung muss sich aktuell mit den zahlreichen Flugausfällen von Eurowings befassen.

Zurück zum eigentlichen Flug...

Als wir im März 2017 die Ostküste bereisten, glaubte ich kaum, dass wir bereits im November wieder in den USA sind. Doch ein Jobwechsel, sehr günstige Flugpreise und die Sehnsucht nach Sonne führten uns letztlich nach Miami und in die Karibik.

Es sollte also von CGN nach MIA gehen. Sonntag bis Sonntag, dazwischen zwei Wochen Sonnenschein, das war der Plan. Ein standesgemäßer Wagen, eine sehr gute Unterkunft, Ausflüge zum Beispiel nach Key West, der Black Friday oder ein Kreuzfahrtstop auf Grand Cayman – es sollte ein besonderer Urlaub werden – und das wurde er definitiv!

Dich interessiert aber wohl mehr die Flugerfahrung. Bisher flogen wir die Langstrecke nur mit Air Berlin und Air China. Air China war hierbei Benchmark. Ein Absturz und Mitarbeiterbeschwerden kratzen auch heute noch schwer an der kleinen Lufthansa.

Gute Preise und ein interessantes Streckennetz kämpfen hiergegen an. In unserem Fall gab es die Direktflüge im SMART Tarif für gerade einmal 380,- € pro Person. Darin beinhaltet waren Handgepäck, 1 x 23kg Aufgabegepäck, SMART Meal und eine freie Sitzplatzwahl. Durchgeführt werden die Flüge obwohl in Eurowingslackierung in einem A330-200 von SunExpress Deutschland

Der Innenraum wirkt klar strukturiert und frisch, LEDs sorgen leider viel zu selten für Stimmungsbeleuchtung. Auch wenn das Potenzial vorhanden wäre, kann Eurowings leider nicht mit dem Farbkonzept von virgin atlantic mithalten. Ein dickes Plus gäbe es eigentlich für das Entertainmentprogramm, da dies jedoch mit circa 10,- € pro Sitz und Flug ziemlich teuer ist, belassen wir es beim Plus. Hast Du erst einmal Deine Kreditkarte durch den Schlitz am Sitz gezogen, stehen Dir sogar aktuelle Kinofilme zur Verfügung! Um die 10,- € wieder reinzukriegen, schaust Du eben pausenlos Filme…

Das Essen war ok, aber nichts besonderes. Je nach Tarif gehört es dazu oder muss extra bezahlt werden. Getränke gab es ausreichend. Zu Beginn gibt es eine Flasche Wasser. Anders als bei Air China kann man sich leider nicht selbst an der Bar bedienen.

Interessantes Meilenprogramm!

Anders als bei den „großen“ Airlines bietet Eurowings mit dem Bommerang Club ein simples, recht durchschaubares Bonuskonzept. Der ganz große Unterschied liegt aber darin, dass es keine Statusmeilen gibt. Man sammelt einfach und löst diese Meilen dann ein. Da Eurowings zur Lufthansa gehört, kann man auch Miles&More sammeln. Jedoch kann man keine sonstigen Meilen der Star Alliance sammeln. Auch ein Tausch ist auf normalen Weg nicht möglich.

Mein aktueller Punktestand

Und wie funktioniert der Boomerang Club?

Die Spielregeln sind ganz einfach. Man selbst belkommt für Eurowings und Germanwingsflüge Flugmeilen gut geschrieben. Für Wenigflieger sei aber noch angemerkt, dass diese Meilen regelmäßig verfallen.

Das wichtigste auf einem Blick:

  • 10 Meilen pro 1 € Umsatz
  • Prämienflug schon für 10.000 Meilen (eine Strecke)
  • Prämienflüge frei übertragbar
  • exklusive Angebote unserer Boomerang Club Partner
  • zusätzliche Vorteilsangebote
  • Boomerang Club Aktionen zum Sammeln von Extrameilen
Besitzt man nun noch die sehr günstige Eurowings Kreditkarte der Barclays Bank, ist direkt schon einmal der Meilenverfall gestoppt. Man bekommt sogar für jeden Euro Einsatz mindestens eine Flugmeile gut geschrieben. Allein zur Anmeldung meiner gab es obendrauf schon mal 10.000 Bonusmeilen! Umgerechnet also ein Kurzstreckenflug ohne Gepäck!

Übrigens lohnen sich die 19,99 € nzw. 69,- € p.a. gerade für Golfer und Radsportler!!! Der Sportgepäcktransport ist nämlich bei Buchung mit dieser Karte bei Eurowings gratis.

Zusätzlich bietet Eurowings Monat für Monat die Möglichkeiten, Meilen durch Partneraktionen zu erhalten, so zum Beispiel die Hotelbewertung auf einem bekannten Portal. Dort gibt es gewöhnlich 100 Meilen pro Hotelbewertung, ab und zu sogar 200! Mit allem drum und dran konnte ich also in 8 Monaten bereits über 22.000 Meilen sammeln.

Und was bekommt man für Boomerang Meilen?

Anders als bei den meisten Bonusmeilenprogrammen gibt es hier wirklich nur Flüge, keine Elektroartikel, Hotel-Upgrades oder Zeitschriftenabos – wirklich nur Flüge:

Stand: August 2018, Quelle: Eurowings

Aufpassen ist jedoch angesagt! Die Flüge sind nicht gratis. Steuern und Gebühren müssen immer noch bezahlt werden. Am Beispiel Saarbrücken – Mallorca gibt es reguläre Flüge ab 24,99 € pro Strecke. Löse ich hier meine Bonusmeilen ein, zahl ich sogar mehr. Oder Berlin – Köln: An Neujahr 2019 werden wir von Berlin nach Köln fliegen. Knapp 80,- € kostet der Spaß für zwei regulär, knapp 74,- € müsste ich an Steuern und Gebühren zahlen, würde ich meine Meilen nutzen – Also nicht wirklich sinnvoll!

Stattdessen fand ich Flüge zum Beispiel von Deutschland nach Island, diese kosten pro Strecke meist weit über 150,- €, hier würde ich nach Meileneinlösung nur knapp 15,- € zusätzlich zahlen müssen. Also wirklich ein Superangebot!

In der Luft Top, am Boden Flop

Irgendwie schafft es leider keine deutsche Fluggesellschaft, komplett zu überzeugen. Entweder stimmt das eine oder das andere. Vergleiche ich nun einmal mit Air China oder virgin atlantic gab es leider einiges zu meckern.

Das Onlineportal ist recht übersichtlich und man kommt zum Ziel, also war es umso erstaunlicher, dass Eurowings wohl keinen Wert auf qualifiziertes Bodenpersonal legt. USA-Reisende wissen, man benötigt ESTA oder ein Visum zur Einreise. Dafür ist der Reisende erst einmal selbst verantwortlich. Manche Fluggesellschaften binden dies jedoch in ihre AGBs ein, umso so wohl dem Ärger am Zoll vorzubeugen.

Angekommen am Flugschalter nervte auch schon die erste Aushilfsstudentin die Reisenden mit persönlichen Fragen, die wohl alle nach DSGVO unzulässig wären. In unserem Fall wurden Plausibilitätsfragen zu unserem USA-Urlaub abgefragt. Amüsant nur, wenn die junge, sichtlich unerfahrene Dame, selbst keine Ahnung von einer USA-Einreise besitzt.

Sie wollte eine ausgedruckte Version von ESTA haben. Komisch nur, dass dies nirgends vorher verlangt wurde! Ein kurzer Hinweis im Buchungsprozess hätte Klarheit geschaffen. Die Dame fragte also alles mögliche und die Schlange wuchs und wuchs. Diese Taktik wird gerne von Nobelclubs angewendet, um interessanter für andere Nachtschwärmer zu wirken, doch was das hier sollte, null Ahnung.

Da ich weder was ausgedruckt hatte, noch die persönlichen Fragen einsah, legte ich deutlich mehr Wert auf Aufklärung. Ich bat die Dame drum, ein Zollbeamter sollte doch wenn diese Frage stellen. Petra, die im Vorfeld gar nicht mit der Planung betraut war, konnte daher kaum etwas  beantworten – ein Trauerspiel also!

Von einem Freund erfuhr ich, dass Eurowings noch immer diese Aktion durchführt. Ich selbst akzeptiere ja alles, aber nur, wenn ich auch rechtzeitig über etwas informiert wurde und alles im gesetzlichen Rahmen ist. Beides war hier nicht gegeben. Alle schreien nach Datenschutz, geben aber ihre komplette Urlaubsplanung in einer 300 Mann und Frau starken Warteschlange preis.

Nach dem Nikki- und Air Berlin-Aus übernahm Eurowings auch von Saarbrücken eine Route, hierzu suchte Eurowings auch auf Facebook Personal für den SCN. Besonders groß geschrieben wurde hierbei, dass man keinerlei Erfahrung oder Ahnung von der Tourismus- oder Luftfahrtbranche haben müsse – Das war wohl des Rätsels Lösung…

Welcome to Miami

Nach einem entspannten Flug landeten wir abends in Miami. Nach etwa 1500 m Fußmarsch kamen wir dann auch ohne ausgedrucktes ESTA-Formular erfolgreich in die USA. 30 Minuten später saßen wir schon in unserem Sportflitzer und fuhren zu unserer Unterkunft für die nächsten acht Tage.

Generell kann man Eurowings empfehlen, mir persönlich fehlt ein wenig das Herzblut und die Kompetenz, die dem Fluggast von anderen Airlines entgegen gebracht werden. Übrigens war es bei diesem Urlaub nicht unser einziger Flug! Nicht etwa, wie viele es tun, ein Flug nach Key West – Nein, einen Helikopterflug über Miami!

Beim Rückflug starteten wir dann mit 3 Stunden Verspätung, in Köln waren es dann noch knapp 2 Stunden. Viel schlimmer war jedoch, dass wir aus über 30°C zurück im Schneematsch landeten!

Inzwischen kommst Du übrigens ab Düsseldorf nach Miami!  Ob sich dieser Weg lohnt, musst Du selbst entscheiden…

Viele Spaß in der Luft!

Michael