Palm Springs ist amerikas Promi-Hotspot. Hierhin kommt Hollywood, um das Leben zu genießen. Warum sonst zog es auch uns auf unserer vorletzten Etappe durch Kalifornien in die Wüstenoase. Weltstars wie Frank Sinatra, Elvis Presley oder Marilyn Monroe wohnten zu Lebzeiten in der knapp 50.000 Einwohner großen Stadt.

Die Oase in Kaliforniens Wüste

Palm Springs liegt etwa 120 Meilen östlich von Los Angeles in der Sonora-Wüste. Groß wurde Palm Springs durch seine heilenden Thermalquellen. In Deutschland ist Palm Springs durch zahlreiche Filme und TV-Serien bekannt. Dabei sticht Palm Springs durch enorm saubere Straßen, über 350 Sonnentage im Jahr und trockener heißer Wüstenluft heraus.

Bereits unsere über 310 Meilen lange Anreise aus dem Sequoia National war eine faszinierende Fahrt durch unterschiedlichste Landschaften. Man merkt von Meile zu Meile immer mehr, wie man in die Wüste fährt. Gigantische Züge fahren dabei parallel zum Highway. Kurz vor Palm Springs stehen sie, tausende Windräder produzieren pausenlos Strom, um den Bewohnern immer ein kühles Klima zu bescheren.

Im ZOSO hat es sich ausgerockt

Am späten Nachmittag erreichten wir mit unserem Luxury Car das ehemalige Hard Rock Hotel, welches sich nun (wieder) ZOSO nennt. Das stylische Themenhotel liegt am westlichen Rand der Stadt, am Fuße des Tahquitz Canyons. Warum auch immer hatten wir dieses Luxushotel fast alleine für uns.

Da es seit dem Betreiberwechsel im Hotel kein Restaurant mehr gab, trieb es uns gegen Abend auf die nahe gelegene Vergnügungsmeile. In einem griechischen Restaurant ließen wir uns schließlich nieder. Auch wenn die amerikanische Lebensmittelindustrie es nicht immer zulässt, authentische hochwertige Speisen zu kreieren, hatte unser Dinner deutlich mehr mit unserem Griechenlandurlaub als mit unserem Trip nach Atlantic City zu tun.

Anschließend gönnten wir uns am Walk of Stars noch den ein oder anderen überteuerten Cocktail. Selbst nachts ist es draußen noch unerträglich trocken heiß. Daher gibt es fast überall Wasserzerstäuber. Man spaziert also ständig in einer Nebelwolke. Es ist so heiß, dass dieses Wasser bereits in der Luft komplett verdampft. 

Nightlife

Anders als erwartet war Palm Springs angenehm ruhig. Die Zeiten ausschweifender Parties im Ibiza-Style, wie man sie aus dem TV kennt, sind längst vorbei. Palm Springs gibt sich viel mehr als sympathischer Lifestyle-Hotspot. Es ist ein mediterranes Flair, allerdings hochwertiger.

Ähnlich dem Walk of Fame in Hollywood, werden beim Walk of Stars aber vor allem Stars geehrt, welche im Bezug zur Stadt stehen. Etwa eine Woche zuvor besuchten wir noch Hollywood. Ein echter Schock, denn Hollywood ist weder Sein noch Schein! Total verschmutzte Straßen, zwielichtige Straßenkünstler und geschlossene Läden verkörpern den wahren Hollywood Boulevard. Dass in Hollywood, Stars leben?! Keine Ahnung, wohl eher als Zweitwohnsitz während den Dreharbeiten. Palm Springs hingegen ist einfach sauber und gepflegt. Kein Wunder, dass hier Elvis und Marilyn Monroe Garten an Garten wohnten.

Auch wenn Palm Springs definitiv zu den bekanntesten Orten der USA gehört, liegt es preislich im bezahlbaren Bereich. Restaurant- und Barbesuche sind generell nicht günstig, doch Preise wie in New York sind hier definitiv nicht zu erwarten. Es ist durchaus möglich, in einem Restaurant pro Person weniger als $ 30 auszugeben. Cocktails bewegen sich auf gehobenen deutschem Clubniveau. Das schöne ist auch, dass Palm Springs sicher ist, man muss keine Angst haben, auf offener Straße überfallen zu werden. Unter diesem Link bist Du stets über aktuelle Veranstaltungen informiert. Ein Highlight ist mit Sicherheit das jährlich stattfindende Coachella-Festival in der Nähe von Palm Springs. In diesem Zeitraum nächtigen auch Stars, wie Leonardo die Cabrio direkt in Palm Springs.

Inmitten der Wüste

Wir waren im Juni 2018 da und es waren etwa 40°C im (fast nicht vorhandenen) Schatten. Mit knapp über 30°C durchschnittlicher Höchsttemperatur ist selbst der Winter noch auf deutschem Sommerniveau. Vom westlich gelegenen San Jacinto Peak hat man eine herrliche Aussicht über die Sonora-Wüste und Palm Springs.

Durch das trockene heiße Klima trocknet selbst der Schweiß direkt, ein sehr ungewohntes Gefühl. Leider hatten wir keine Zeit mehr, das auf dem San Jacinto Peak gelegene National Monument zu besuchen. Mit der größten rotierenden Seilbahn der Welt, der Palm Springs Aerial Tramway gelangst Du bequem auf die Spitze. Dabei überwindet die Seilbahn knapp 1800 Höhenmeter und 5 Klimazonen.

Wie gelange ich nach Palm Springs?

An der Interstate 10 auf dem Weg von und nach Palm Springs gibt es diverse Outlet Center und Indianer Kasinos. Palm Springs selbst verfügt über einen Flughafen. Möchte man mit Ziel Palm Springs von Deutschland aus starten, zahlt man etwa 200,- Euro mehr als nach L.A.. Diese Variante empfehle ich auch eindeutig. In den USA geht nichts ohne Mietwagen. Sollte man dennoch nicht fahren können oder dürfen, bietet Flixbus eine Direktverbindung von L.A. nach Palm Springs ab knapp $ 10 in nur 1:45 Stunden an. Alternativ kannst Du auch mit dem AMTRAK in circa 2,5 Stunden von der Union Station in L.A. ab $ 22 reisen.

Wie schon erwähnt, ist Palm Springs Hotspot der Stars oder gar Wohnsitz von Superstars. Anders als in Miami gibt es dort aber keine abgesperrten Wohnviertel. Allein Elvis wohnte dort in zwei Häusern. Um die Adressen der Stars zu finden, solltest Du ein wenig googeln, auch das ein oder andere Youtube-Video ist hilfreich. Ganz offiziell kannst Du auf jeden Fall Elvis‘ Honeymoon besichtigen. Sollte Dir sein Schlafzimmer $ 35 wert sein, steht Dir eine besondere Privattour bevor. Aus zeitlichen Gründen besuchten wir das Haus nur von Außen. 

Die Villen der Superstars

In fast jeder Straße wohnt irgendein Star. Ganz offen und zugänglich, wie Häuser so eben an der Straße stehen. Man sollte allerdings beachten, dass gerade bei den verstorbenen Stars die Villen oder eher Häuser inzwischen von „Normalos“ bewohnt sind und diese natürlich auch nicht gerne irgendwelche Selfiesticks im Küchenfenster haben möchten. Also wie immer, überteib nicht, sonst wird es diese Offenheit garantiert nicht mehr lange geben!

In den Jahren 1966 und 1967 lebte dort das frischverheiratete Paar, Elvis und Priscilla Presley. In dieser Villa verbrachten beide am 1. Mai 1967 ihre Hochzeitsnacht und exakt 9 Monate später wurde ihre Tochter Lisa Marie geboren. Anders als die meisten anderen Starvillen, gibt es hier auch eine öffentliche Adresse: 1350 Ladera Circle, Palm Springs CA 92262. Für weitere Infos kannst Du auch anrufen: +1 760-322-1192 oder die Webseite www.elvishoneymoon.com besuchen. Private Touren gibt es täglich um 13:00 und 15:30, eine Buchung über die Webseite ist hilfreich.

 

Forever Marilyn Statue
Marilyn Monroes damaliger Wohnsitz

Leider ist Marilyn zur Zeit auf großer US-Tour, genau genommen ihre 12 Fuß große Forever Marilyn Statue. Irgendwann soll sie auch wieder in Palm Springs stehen. Marilyn Monroes damaliger Wohnsitz ist jedoch auch heute noch öffentlich zugänglich. Fast Garten an Garten wohnte sie in der Nachbarstraße von Elvis. Marilyn wohnte in einem schmucken kleinen Häusschen am Rande Palm Springs. Liebevolle kleine Details, wie die portugisischen Kacheln an der Haustreppe untermalen dies. 

Ehemaliges Elvis Presley Haus

Nachdem der Presley Clan aus der Honeymoon auszog, bewohnte er anschließend für mehrere Jahre ein weiteres Haus am Rande zur Wüste, nur wenige Meter Luftlinie vom alten Zweitwohnsitz entfernt. Aus Diskretionsgründen versuchte der neue Besitzer, die Optik des Hauses so zu verändern, dass es nicht mehr direkt erkennbar ist. Hier wurde zum Beispiel das Konterfei Elvis in der Hausmitte entfernt. Auch die Mauer wurde durch einen hohen Zaun ersetzt. 

Clark Gables CASA DEL CORAZON

Auch Clark Gables Haus liegt nur wenige hundert Meter von den beiden anderen Promihäuser entfernt. Wäre die Gartenmauer nicht auffällig pink gestrichen, würde die Casa del Corazon fast im Straßenbild untergehen. Clark Gable, alias Rhett Butler Vom Winde verweht, war einer der bekanntesten Schauspieler der USA. 

Mein Doppelgänger aus der Pinocchio Street

Eigentlich wollten wir am nächsten Morgen noch in den Joshua Tree Nationalpark fahren, doch Palm Springs und auch der kochendheiße Whirlpool verführten uns, den Tag doch in der Stadt zu verbringen. Zunächst besuchten wir die Villen der Stars. Anschließend waren wir auf der Suche nach einem guten Restaurant. Ähnlich in Deutschland, haben in Palm Springs allerdings viele Restaurants nachmittags geschlossen. 

Rick’s Desert Grill sollte es also sein. Rick’s Desert Grill ist ein kubanisches Restaurant, ein wenig im Dinerstyle mit interessanten Gerichten. Auch wenn vieles exotisch klang, ist es eine Mischung aus griechisch und texanisch. Gutes Fleisch gepaart mit karibischen Früchten, wie Kochbananen oder Maisblätter.

Der nette Kubaner bediente uns für die USA recht ungewöhnlich freundlich. Als ich zur Toilette gehen wollte, sprachen mich 3 Einheimische am Tresen an, ob ich denn der aus der Pinocchio Street wäre, ich erzählte ihnen, dass ich ein paar tausend Meilen entfernt wohnen würde, so ganz überzeugen konnte ich sie aber nicht. In Palm Springs gibt es übrigens keine Straße mit diesem Namen, allerdings gibt es ein großes bekanntes Restaurant namens Pinocchio in the Desert. Diese Straße wird umgangssprachlich deswegen als Pinocchio Street bezeichnet.

Auf der anderen Straßenseite gab es noch einen 7eleven. Anders als in Hongkong jedoch hochmodern und sauber. Im Inneren gab es von Medizin, Trump-Fanartikel, Hot Dogs, einem Bistro, auch Lebensmittel. Auch hier ging mir jeder grüßend aus dem Weg, als ich bezahlen wollte. 

Normalerweise hält in den USA niemand an, wenn man über die Straße läuft. Hier hielt beidseitig jeder an und winkte noch. Wie gesagt, ich bin wohl bekannt… So bekannt, ging es anschließend zurück nach L.A., genauer gesagt, Long Beach.

Typisch USA...

Auf jeder Reise tauchen Situationen auf, die so typisch und klischeehaft für die bereiste Region sind. In den USA bestätigen sie sich häufig nicht nur, sondern werden meist noch übertroffen, daher hier noch ein paar Momentaufnahmen, die für einen Deutschen skurril sein mögen. Von Killerradschrauben, brennenden Trucks, überlangen Anhängerkupplungen, stolzen Eltern oder sonstigem Ungewöhnlichen.

Mit diesen zufällig aufgenommen Situationen möchte ich Dir noch einmal eine Übersicht über das Wichtigste geben. Mit Sicherheit ist Palm Springs auch für Deine nächste Reise das richtige Ziel.

Das Wichtigste noch einmal kompakt:

Solltest Du dem Englischen nicht mächtig genug sein, scroll einfach unten auf den verlinkten Webseiten. Meist gibt es dort die Möglichkeit, auf Deutsch zu wechseln. Durch die hohe Sicherheit würden Petra und ich Palm Springs sogar für einen Familienurlaub empfehlen.

Aber auch für USA-Neulinge ist  eine Reise nach Palm Springs empfehlenswert. Nicht, da Palm Springs so viel außergewöhnliches zu bieten hat, eher dadurch, dass Palm Springs das Amerika verkörpert, welches in hunderten Filmen gezeigt wurde.

Reisende, die die USA zuerst einmal durch L.A. oder New York kennen lernen, werden wohl geschockt sein. Viele Straßenzüge sind komplett verschmutzt, überall Obdachlose und desolate Straßen.

Palm Springs hingegen wirkt fast mediterran, nur ohne Meer, dafür aber mit Top Hotels, immer gutem Wetter und ortsnahe Freizeitmöglichkeiten. Auch im Umfeld gibt es das ein oder andere Tagesausflugsziel.

Vieß Spaß beim Buchen!
Michael

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