„The Rock“ gehört zu den weltweit bekanntesten Restaurants. Das Kultrestaurant an der Westküste Sansibars ist etwas ganz besonderes. Es liegt auf einem Fels am Strand von Pingwe. Grund genug, dass wir den weiten und holprigen Weg auf uns genommen hatten. 

Obwohl wir beide keine Freunde von Fisch und Meeresfrüchten sind, reisten wir fast zwei Stunden über holprige Straßen durch Nationalparks in den Süden von Sansibar an. Ein einziges Fleischgericht reichte uns, um dieses Genussabenteuer zu wagen. 

Auch bei schlechtem Wetter ein Toller Anblick:

Leider erwischten wir einen verregneten Nachmittag. Kalt wird es nicht wirklich, aber der Regen verstärkt noch zusätzlich die eh schon sehr hohe Luftfeuchtigkeit. Wundere Dich bitte nicht, dass sich unsere Bilder im Zeitraum von etwa drei Stunden stark unterscheiden, so verschieden waren auch die Lichtverhältnisse im wechselhaften Wetter.

Mit dem Boot durchs Meer!

Was nur die wenigsten wissen, Sansibar hat starke Gezeiten. Durchaus ist es möglich, dass sich das Meer bei Ebbe einige hundert Meter zurück zieht. So kann es sein, dass Du mal relativ trocken ins Restaurant gelangst, ein anderes Mal zwingend mit dem Boot hinfahren musst. Dieser Transfer ist natürlich gratis. Deine Füße werden aber immer nass!

Eine Schatztruhe als Speisekarte:

Standesgemäß erhälst Du eine aufklappbare Schatztruhe, darin findest Du dann die Speisekarte. Die Weinkarte ist in einem massiven Holzrahmen eingerahmt. Die Karte ist auf Englisch und einfach strukturiert. Alle Preise sind in US$. Es gibt keine unbekannten Servicegebühren oder Steuern.

Unser "Grilled Beef Fillet" im Test:

Streng genommen waren wir eigentlich im falschen Restaurant. Es gab im bekannten Restaurant nur ein Rinder- und ein Hähnchengericht. Dennoch bereuten wir unseren Ausflug nicht. Die Rinderfiletstreifen waren dünn um einen Holzstab gewickelt. Mageres, gut gewürztes Fleisch. Sansibar ist übrigens alles andere als ein Land, indem man viel Fleisch isst. Gepaart war das Rinderfilet mit einer Art faserigen Kartoffelpüree. Dazu gab es karamellisierte Zwiebeln.

30 US$ sind nun kein Schnapper, für ein weltbekanntes Restaurant aber durchaus akzeptabel. Da wir leider wenig Ahnung von Fisch und Co besitzen, haben wir die aktuelle Speisekarte verlinkt. Dort findest Du auch Vor- und Nachspeisen. Gewöhnlich reservierst Du einen Zeitraum von zwei Stunden. Das reicht auch vollkommen aus.

Die Desserts sind verhältnismäßig teuer. Dafür werden allerdings 15% des Preises an eine lokale Kinderhilfsorganisation gespendet. Kinderarmut ist auf der Tropeninsel Alltag, um den Kindern ein etwas besseres Leben zu schenken, kannst Du mit diesem kleinen Spendenbeitrag bereits viel leisten. Beachte, dass das Durchschnittseinkommen auf Sansibar bei 10 bis 20 US$ am Tag liegt. So sind 1 US$ Spende pro Nachtisch bereits ein schönes Sümmchen. 

Muss man reservieren?

Eindeutig ist es besser! Die Räumlichkeiten sind eben begrenzt und jeder Sansibar-Urlauber möchte hier einmal hin. Es ärgert Dich sonst, wenn Du zwei Stunden anreist und später keinen Platz bekommst. Reservieren kannst Du übrigens direkt hier!

Pingwe - Strand bei regnerischem Wetter

Das Restaurant:

Landestypisch zeigt sich der Innenraum. Was anderes wäre auch kaum möglich. Denn Sansibar importiert kaum etwas. Möbel stammen daher immer aus kleinen Werkstätten in näherer Umgebung. Es gibt eine ungewöhnlich saubere Toilette auf der Insel. Neben dem großen Speisesaal gibt es rechts und links davon noch Balkontische und eine große Terrasse für den passenden Cocktail. Im Eingangsbereich gibt es noch einen Souveniershop.

Natürlich gibt es auch kostenloses schnelles WLAN. Parken kann man übrigens oben am Strand. Es gibt dort eine abgesperrte Parkfläche für das Restaurant. Anscheinend ist der Parkplatz überwacht, zumindest gibt es eine Schranke und jemand, der daneben sitzt.

"The Rock" im Internet:

Adresse und Öffnungszeiten:

Pingwe Michanvi Kae, Michamvi, Tansania

Täglich ab 12:00, Reservierung wird empfohlen

Wie bezahlt man?

Im „The Rock“ kannst Du bar in US$ oder TSh bezahlen. Sollte es keinen Strom- oder Internetausfall geben, kannst Du auch mit AMEX, VISA oder Mastercard bezahlen. 

Unsere Bewertung:

Bei unseren Bewertungen fließen viele Faktoren mit rein. Natürlich wird immer berücksichtigt, ob es vor Ort die angebotenen Speisen normalerweise gibt. Auch spielt der Service eine große Rolle. Bei hochpreisigen Restaurants wird die Freundlichkeit natürlich deutlich stärker bewertet als beim Imbiss um die Ecke. So ergibt sich letztlich ein Abbild des Preis-Leistungsverhältnisses.

Location
5/5
Speiseauswahl
4.5/5
Getränkeauswahl
4/5
Geschmack
4/5
Sauberkeit
5/5
Freundlichkeit
3.5/5
Preis/Leistung
4/5
Gesamturteil
4.3/5

Mit 4,3 Sternen von 5 liegt das Restaurant im guten Bereich. Ein Fischliebhaber hätte bei der Speiseauswahl durchaus mit fünf Sternen bewertet. Im Gesamtergebnis macht sich dies aber nur marginal bemerkbar. Insgesamt ist das Restaurant eine Empfehlung wert!

Sansibar fasziniert durch seine vielfältige Kultur und Ursprünglichkeit fern des Massentourismus. Der kleine Inselstaat bietet viel Raum für Abenteuerlustige und Menschen, die die Ruhe suchen. Die Ferieninsel im indischen Ozean liegt etwa 7000 Kilometer von Deutschland entfernt, östlich vom tansanischen Festland. „The Rock“ ist wahrscheinlich das meist bekannteste Motiv Sansibars. Daher ist „The Rock“ nicht nur ein Restaurant auf einem Fels im indischen Ozean. „The Rock“ ist ein wahrer Botschafter der kleinen Inselgruppe.

Ob „The Rock“ weltweit mithalten kann, bezweifeln wir, da gibt es geschmacklich durchaus noch bessere Restaurants in der Heimat. Man muss aber fairerweise beachten, dass es auf Sansibar keinen Großhandel gibt, in dem man alles direkt bekommt. Man ist eben auf lokale Lieferanten angewiesen, deren Qualität täglich schwankt. Optisch ist „The Rock“ allerdings ein Muss!