Was gehört auf jeden Fall zu einer Florida-Reise? Disney World, der Ocean Drive, Key West, ein Raketenstart oder endlos lange Traumstrände? – Mit Sicherheit alles, aber eines ist weltweit einzigartig! Die Everglades und eine Airboat-Tour. Was bei uns Wildschweine und Rehe sind, sind eben in Florida die Alligatoren. Alligatoren, selten auch Krokodile leben in freier Natur und werden eben auch dort gejagt.

Die Everglades

Etwa 20% der ursprünglichen Sumpffläche werden heute durch den Status eines Nationalparks geschützt. Dieses Naturschutzgebiet bezieht sich dabei auf den südlichen Teil, welches nur über den State Highway 9336 durchquert werden kann. Nördlich hiervon gibt es lediglich zwei Möglichkeiten von Miami, also der Ostküste Floridas an die Westküste zu gelangen. Einmal über die kostenpflichtige Interstate 75 und dem anschließenden Everglades Parkway 93 oder die Variante, welche wir gewählt hatten, als wir Fort Myers besuchen wollten, den Tamiami Trail E 41. Doch hierzu wirst Du demnächst hier mehr erfahren!

Die Everglades gehören zu den faszinierendsten Naturlandschaften der Welt. Sie reichen vom Lake Okeechobee bis hin zur südlichsten Spitze des Bundesstaates Florida. Anders als meist angenommen sind die Everglades kein klassischer Sumpf sondern vielmehr ein meist nur wenige Zentimeter tiefer Fluß durch Graslandschaften.

Neben Umweltverschmutzungen werden die Everglades auch durch ihre natürliche Lage gefährdet. Der höchste Punkt ist gerade einmal knapp 2,5 m über dem Meeresspiegel. Dabei können nämlich auch Tropenstürme dieses sensible Ökosystem ins Wanken bringen. In diesem Sumpfgebiet leben tausende seltener Tier- und Insektenarten. Fährt man  von Miami aus Richtung Naples wird man auf etlichen Meilen vor wilden Pumas gewarnt. Leider sieht man auch regelmäßig überfahrene Schildkröten. Doch das bekannteste Wildtier ist immer noch der Alligator.

Und auch genau aus diesem Grund wollten wir ganz Touristenlike eine typische Airboat-Tour machen. Die Auswahl ist gigantisch. Dutzende Anbieter kämpfen um die Gunst des Kunden. Auch wenn Alligatoren gejagt werden, sollte man sie respektieren. Die meisten Airboat-Tourenanbieter kombinieren dabei die Bootstour mit einer Alligatorenshow. Kurz und knapp, einer Zirkusvorführung unter nicht artgerechten Bedingungen, bei denen meist Babyalligatoren zur Belustigung Kunststücke vorführen müssen. 

Alligatoren gehören zur Familie der Krokodile – Durch ihre ruhigere Lebensweise werden sie jedoch bis zu doppelt so alt.

Für welchen Anbieter entschieden wir uns?

Ich gebe zu, die Wahl war nicht einfach. Auf bekannten Bewertungsplattformen musste man dieses Mal zweimal hinschauen, denn bei einem internationalen Publikum gibt es auch unterschiedliche Wertansätze, was Naturschutz und Artenschutz angeht. Aber auch die Entfernung spielte eine Rolle, denn kurz zuvor flogen wir noch eine Stunde mit dem Helikopter über Miami Beach. Miami ist ein gigantisches Gebiet, dass durch Nachbarstädte eher wächst als abgegrenzt wird. Ausgangspunkt war jedes Mal das Hudson House in Miami. Von dort aus fuhren wir zunächst nach Opa-locka. Opa-locka ist ein kleiner nationaler Flughafen, der meist von Stars mit ihren Privatjets genutzt wird. Direkt nach dem Flug ging es etwa 45min vorbei an der uns bekannten Sawgrass Mills direkt in die nördlichen Everglades.

Die Wahl fiel letztlich auf den Sawgrass Recreation Park. Dieser liegt direkt am Highway 27. Wie überall in den USA gibt es nichts, was nicht irgendwie einem Vergnügungspark ähnelt. Ein großes Besucherhaus mit WCs, einem Souveniershop und einem Alligatoren-Imbiss soll die Besucher während der Wartezeit das Geld aus der Tasche locken. Hört sich aber schlimmer an, als es ist. Immerhin ist das Parken und die WCs umsonst. Auch das obligatorische Trinkgeld wird nicht erzwungen. Nach unserem New York Trip befürchteten wir genau dies, doch der Südstaatler ist freundlich und erzwingt nichts.

Die Tickets bestellten wir kurze Zeit zuvor online. Ein Preisvergleich gerade auf amerikanischen Seiten lohnt sich. Auch sollte man im Zusammenhang mit der Attraktion oder dem Veranstalternamen nach aktuellen Rabattgutscheinen googlen. Oft spart man bis zu 30%. Die 30 Minuten-Bootstour kostete damals für Erwachsene etwa $20 pro Person. Ein durchaus günstiger Preis, fast schon ein echtes Schnäppchen. Eine Dose Bier kostet in Miami Beach in etwa dasselbe.

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Auch unser gelbes Musclecar bekam während unserer Bootstour Besuch von seinem Bruder. Nach Ankunft tauschten wir unseren QR-Code gegen echte Tickets um und warteten einige Minuten auf unser Sumpfboot. Anhand unseres Armbandes stiegen wir dann ein. Etwa 20 Personen passen auf das Blechboot mit dem überdimensionalen Propeller. 

Wir fanden glücklicherweise direkt in der ersten Reihe Platz. Viele fragen sich bestimmt, warum man nicht, wie gewöhnlich eine Schiffsschraube als Antrieb nutzt. Dies ist ganz einfach. Eine Schiffsschraube würde sich direkt im hohen Gras verknoten. Auch reichen die wenigen Zentimeter Wassertiefe nur selten aus. Zusätzlich könnte man Tiere dadurch verletzten. Also lieber und mit guten Gründen mit viel Lärm durchs Schilf!

Los ging es also! Erst langsam glitten wir Richtung Wildnis. Nach wenigen Minuten ging es jedoch rasant weiter. Auch wenn es sicherlich nicht wirklich schnell war, fühlte sich diese Bootsfahrt durchs hohe Gras genial an. Es schien fast so, als gäbe es keine Hindernisse.

Nach einigen Fahreinlagen des amüsanten Bootsführers sahen wir auch endlich den ersten Alligator! Ein gigantisches wildes Tier. Meter lang, zunächst fast ausschließlich unter der Wasseroberfläche näherte es sich unserem Boot. Je näher der Alligator kam, desto größer wurde er. Nur wenige Meter entfernt, besaß er inzwischen die Größe unserer Blechschale. Es schien, als wüsste er genau, was er zu tun habe, um den Touristen zu gefallen. nach etlichen Videos und Fotos ging es dann weiter.

Beim nächsten Stop warteten weitere Giganten auf uns. Ein mittelgroßer Vogel erlaubte sich zur Erheiterung des Bootes ein unfaires Katz- und Mausspiel. Er ließ den Sumpfgiganten immer auf wenige Meter herankommen, bevor er bei akuter Gefahr dann in Sekundenschnelle einige Meter weiterflog und das Schauspiel von vorne begann.

Noch nie zuvor crashte jemand unser Foto...

…bis zu dem Moment, als ein freundlicher Amerikaner inmitten des Sumpfes ein Bild von uns aufnehmen wollte. Erst danach fiel uns auf dem Bild auf, dass sich ein gut gepanzerter Riese mit aufs Foto schlich! Wir drehten uns um und dieses Monster wartete direkt am Boot darauf, womöglich noch für seine Aktion, Dank zu erhalten.

Nach diesem Schreck ging es noch einige rasante Runden zurück zum sicheren Hafen, direkt an der Autobahn. Übrigens, anders als fast überall zu lesen, gab es keinerlei Mücken, vielleicht lag es auch  daran, dass die nördlichen Everglades völlig baumlos sind.

Es war auf jeden Fall etwas Besonderes! Oft liest man, dass gar kein wildes Tier zu sehen war, in unserem Fall jedoch waren die Bewohner nicht einmal fotoscheu! Ich kann es jedem nur empfehlen. Nirgends sonst kannst Du dieses Abenteuer so erleben.

Nach dem bis jetzt aufregenden Tag ging es zurück in die gigantische Shopping Mall nach Sawgrass Mills. Der Black Friday stand schließlich bevor!

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