Für die meisten von uns ist Fliegen ein nötiges Übel, um von A nach B zu kommen. Kann man sich Business oder Premium Class Tickets leisten, sieht die Welt schon anders aus. So getestet wurde von uns der Flug von Frankfurt nach Madrid (Santiago de Chile) in der Premium Business Class im Dreamliner von LATAM.

Obwohl es uns schon seit Jahren bekannt war, hatten wir erst im März 2020 Zeit gefunden, dieses sehr außergewöhnliche Flugabenteuer zu wagen. So wie sich jetzt gerade herausstellte, war es wohl auch eine der letzten Möglichkeiten. Nicht nur, dass LATAM ab Sommer 2020 diese Fluglinie einstellen wird, viel gravierender ist die Tatsache, dass nur wenige Tage nach unserem Kurztrip nach Madrid, Madrid als eines der Epizentren des Corona-Virus deklariert wurde.

Beitragsübersicht

Das Fluggerät: Boeing 787-8

Der Dreamliner ist eines der modernsten Langstreckenflugzeuge. Besonders die vom Triebwerk unabhänge Klimaanlage und die verdunkelbaren Fenster sorgen für großen Flugkomfort. Angetrieben wird die Boeing von 2 Rolls-Royce Trent1000J2 Triebwerken. Insgesamt 313 Passagiere finden Platz an Bord, davon 30 in der Premium Business Class.

  • Länge:  63 Meter
  • Breite:  60 Meter
  • Maximales Abfluggewicht:  251,4 Tonnen
  • Notausgänge:  8
  • Toiletten:  8

Die Buchungsklasse: Premium Business

LATAM bietet im Dreamliner eine vollwertige Business Class an. Selbst auf dem kurzen Abschnitt zwischen Frankfurt und Madrid. Mit dazu gehört natürlich auch der Lounge-Zutritt. Da LATAM in Frankfurt und Madrid keine eigene Lounge betreibt, werden diese von Air Canada und Iberia angeboten.

Handgepäck

Insgesamt sind 16 Kilogramm Handgepäck inklusive

Aufgabegepäck

Aktuell sind drei mal 23 Kilogramm Aufgabegepäck inklusive

Sitzplatzreservierung

Gratis im vorderen Premiumbereich hinter dem Cockpit

Lie-Flat-Sitze

Per Steuerung verstellbare Sitze, welche komplett zu einem Bett verstellt werden können

Airport Lounge

Lounge-Zutritt ist inklusive: Frankfurt (Air Canada Lounge) und Madrid (Iberia Lounge)

Priority Check-In & Boarding

Kein Anstehen am Schalter. Gruppe 2 beim Boarding

Hochwertige Speisen

Im Flugzeug werden hochwertige Getränke & Speisen angeboten

Sprachen

Im Flugzeug wird Englisch, Spanisch und Portugisiesch gesprochen

Die Premium Business Class ist in der 2-2-2-Konfiguration ausgestattet. Die Economy Class hingegen klassisch in 3-3-3. Gerade für Paare oder Freunde bieten sich die Außensitze an. Fliegst Du alleine, wählst Du am besten einen Platz in der Mitte. Alle Sitze sind separat elektrisch verstellbar. Die Sitze können komplett flach verstellt werden. Dies dauert etwa eine Minute. Zu jedem Flug gehört auch eine Decke und ein Kopfkissen, dementsprechend kannst Du bequem schlafen. Durch die breite Mittelkonsole ist bereits etwas Privatsphäre gesichert. Sollte dies nicht reichen, kannst Du zusätzlich Trennwände ausfahren. Auch wenn beide Sitze ausgefahren sind, ist die Bodenfläche in der Flucht der Mittelkonsole frei begehbar, es muss also niemand über den Sitz des anderen klettern.

Die Sitze sind komplett in Teilen verstellbar, ein besonderes Highlight ist die einstellbare Massagefunktion. Ja, Du hörst richtig, die Sitze massieren Dich. Neben einem eigenen Handgepäckfach an der Decke gibt es mehrere Ablagemöglichkeiten am Sitz oder direkt vor Dir. Natürlich gibt es auch mehrere Steckdosen (Euro und USB). Die Tische befinden sich in der Mittelkonsole und zu jedem Essen wird dieser Tisch obendrein für Dich mit einer Stofftischdecke eingedeckt.

Angepasste Stimmungsbeleuchtung unterstreicht die angenehme ruhige Atmosphäre. Das Bordpersonal ist sehr zuvorkommend und steht jederzeit für Wünsche parat.

Der Hinflug LA705: FRA - MAD (SCL)

Bis Sommer fliegt LATAM noch über Madrid nach Chile. Solange geht es jeden Abend noch um halb 8 nach Spanien. Es ist mit Abstand die angenehmste und wohl auch günstigste Methode nach Spanien zu fliegen. Gerade für Fluggäste, die bisher nur die kleinen engen A320 oder 737 kennen, ist ein Flug in einer 787 an sich schon etwas besonderes, doch die Premium Business Class setzt noch einen drauf.

Am Flughafen in Frankfurt

Leider zeigte sich der Frankfurter Flughafen mal wieder von seiner besonders unprofessionellen Seite. Es begann bereits auf dem neuen Holiday Parking am Tor 31. Dort parkt man zwar recht günstig für etwa 10,- € pro Tag, dafür muss man aber etwa 20 Minuten mit dem Bus zu den Terminals fahren. Und hier begann bereits das Chaos. Es gibt zwar ein beheiztes Wartehäussschen, wo die Bushaltestelle aber eigentlich genau ist, ist nirgends markiert oder beschildert. Immer zur halben und vollen Stunden soll der Bus gratis zu den Terminals fahren. Doch der Bus stand um kurz nach halb immer noch auf der Rückseite des Gebäudes. Als mehrere Fluggäste dort einsteigen wollten, schickte der Busfahrer sie mit schroffer Tonlage und samt Gepäckstücken auf die andere Seite des Gebäudes zurück. 

Fraport

Etwa 20 Minuten später erreichten wir dann den Terminal 1. Wie immer muss man sich jedes Mal aufs Neue im Terminal orientieren. Der Fraport selbst hat bereits schon mehrfach im TV seine dynamische Beschilderung gelobt, in Wahrheit sucht man sie oft vergebens. Ein Beispiel. Es gibt im Terminal 2 mehrere Eingänge zum Sicherheitscheck. Über dem ganz linken Zugang steht „Priority“, eine weitere sehr breite Schildertafel deckt die restlichen Zugänge ab. Möchte man aber von links aus gesehen in den zweiten Zugang, welcher wohl bemerkt vom „Rest“ ausgeschildert ist, wird man schroff zurückgewiesen, dass dies ja auch „Priority“ wäre.

Noch ein anderes Beispiel. Stell Dir vor, Du hast jetzt die Möglichkeit geradeaus und nach links zu gehen, etwa zehn Meter dahinter steht ein Schild, dass Dein Ziel als links anzeigt. Mh, was machst Du nun. Von der Logik heraus, bezieht sich das Schild normal auf die nächste Möglichkeit nach links. Also gehst Du dann auch nach links, aber Überraschung, eine Sackgasse… Von der Logik einzelner Bereiche und Gates brauchen wir erst gar nicht zu reden.

Immerhin war dafür am Business Class Schalter von LATAM nichts los. Wir bekamen dort am Schalter dann noch die persönliche Einladung zur Air Canada Lounge. Danach ging es auch fix zum Security Check. Erstaunlicherweise gehört keine Fast oder Priority Line zum Flugticket. Was nun nicht weiterhin tragisch war, da Corona bedingt schon auf dem internationale Terminal wenig los war.

Die meisten großen Flughäfen propagieren, dass Laptops und Flüssigkeiten im Koffer bleiben sollen. Gewöhnlich hängen aber auch Schilder an der Kontrolle. All dies soll die Wartezeit verkürzen. Anders in Frankfurt, hier hängt weder eine Anweisung, noch beantwortet das mürrische Personal solche Fragen. Also ließ ich (Michael) das Zeug im Koffer und prompt fuhr mein Koffer auch aufs Nebengleis. Der unfreundliche Herr sagte dann, dass man ja weiß, dass am Flughafen dieses Zeug immer rausgeholt werden muss. Meine Versuche, dem guten Mann zu erklären, dass inzwischen genau das Gegenteil die Regel sei und man doch einfach Schilder aufstellen sollte, wurde durch konsequente Wiederholung seiner Sicht der Dinge im Keim erstickt.

Nun ja, immerhin war die Lounge nicht weit entfernt…

Air Canada - Maple Leaf Lounge in Frankfurt T1

Die Lounge befindet sich in der Nähe des Gate B42 im Obergeschoss, also nur wenige Meter von unserem Abflugsgate entfernt. Zum Einlass benötigst Du Deine Boardkarte und die Einladungskarte von LATAM. Die Größe der Lounge ist überschaubar. Aufgeteilt ist sie in einen Empfangsbereich, die WC-Anlagen, Duschen, eine zweigeteilte Theke mit Getränken und Speisen, einen Stehhockerbereich, eine Wandsitzreihe zum Speisen, einen Designbereich, die Sitzreihen am Fenster und einen Ruhebereich mit Liegeplätzen.

Ob es an der Corona-Krise oder der späten Uhrzeit lag, können wir nicht sagen, die Lounge war auf jeden Fall recht leer. Das Mobiliar ist sehr auf Design getrimmt. Die Auswahl der Speisen war übersichtlich und schmackhaft. Interessant ist auch die Spirituosenbar, hier entdeckten wir erstaunlich hochwertige Whiskys.

Sowohl die Salatbar als auch die heißen Speisen waren reichhaltig. Wie so üblich für Nordamerikaner, waren die Desserts sehr kreativ und bunt. Insgesamt gab es auch das ein oder andere uns unbekannte Getränk aus Kanada. Letztlich kann man sagen, dass wir die Lounge als angenehm empfanden. 

Super praktisch an der Lounge ist die Nähe zum Gate. In nur drei Minuten bist Du da. Die Premium Business Class gehört zur Einstiegsgruppe 2. Gruppe 1 sind wohl Statuskunden, von denen allerdings an diesem Tag niemand mit an Bord ging. Der Einstieg verlief zügig. Etwa 45 Minuten vor Abflug wurde man ins Flugzeug gelassen.  

Der Flug LA705

In Europa hast Du leider kaum die Möglichkeit, in den Genuss zu kommen, in einem Wide Body Flugzeug zu fliegen. Daher ist es umso besonderer, in der Premium Business Class nach Madrid (mit) zu fliegen. Lediglich Lufthansa führt in unregelmäßigen Abständen solche Flüge ab Deutschland durch, um Piloten und Bordpersonal mit häufigeren Zyklen auf das Fluggerät zu schulen. Dies wäre zwar auch mit Langstreckenflügen möglich, würde aber um einiges länger dauern. So kommt es schon mal vor, dass Lufthansa mit dem A350 nach Rom oder der 747 nach Berlin fliegt. Ansonsten gibt es mit Tuifly und British Airways ab England diverse Flüge innerhalb Europas.

Die Mahlzeit

Offiziell gibt es auf dem Flug nach Spanien nur einen Snack, was dies jedoch in der Premium Business Class bedeutet, zeigen wir Dir hier im Beitrag. Streng genommen, sind alle Speisen und Getränke während des Fluges und in der Lounge zusammen genommen in einem Restaurant teurer als der eigentliche Flug.

Bereits noch am Boden gab es eine Schale mit Nüssen. Dazu gab es Sekt, Wasser oder Orangensaft. Etwa nach 45 Minuten Flugzeit wurde der  „Tisch“ gedeckt. Als Snack gab es einen großen Salatteller mit Hähnchenbrust. Als Dressing gab es ein kleines Fläschchen mit Balsamico und Öl aus Chile. Kurz und knapp. Restaurant-Niveau.

Getränke wie chilenische Weine und spanisches Bier, gab es reichlich. Das Highlight waren aber definitiv die Desserts im feinem Glas. Frisch, gut gekühlt und mit hochwertigen Zutaten zubereitet. 

Am Flughafen in Madrid

Die Abfertigung in Madrid geht relativ schnell von statten. Leider sind die Wege sehr sehr weit. Aber immerhin gab es keine Warteschlangen an der Passkontrolle. Die Kofferausgabe verzögerte sich zwar um einige Minuten, dafür fährt aber alle paar Minuten eine U-Bahn Richtung City.

Der Rückflug LA704 : (SCL) MAD - FRA

Gegen 12 Uhr mittags landet die 787 gewöhnlich aus Santiago de Chile kommend in Madrid. Etwa drei Stunden später geht es dann weiter Richtung Deutschland. Auch hier gehört ein Loungebesuch vorab zum Ticket. Der Flug hat übrigens dieselbe Flugnummer, sowohl von Santiago de Chile nach Madrid als auch von Madrid nach Fankfurt.

Am Flughafen in Madrid

Der Schalter öffnete leider recht spät und vom Schalter bis zur Lounge ist es wieder mal ein weiter Weg. Zwischendurch muss man sogar eine U-Bahn nehmen. Daher lohnt es sich, schon früh am Schalter präsent zu sein. Warum auch immer funktionierte der Online-Check-In auf dem Rückflug nicht, also war man eh gezwungen, am Schalter persönlich vorzusprechen. 

In Madrid reicht das eigentliche Ticket als Zugangsberechtigung zur Lounge aus. Mit sämtlichen Wegen und der späten Öffnung des Schalters kannst Du maximal 90 Minuten in der Lounge verbleiben, was durchaus stressig sein kann. Hier ist eindeutig Verbesserungsbedarf.

Iberia - VIP Lounge in Madrid T4S

Die riesige VIP-Lounge bietet insgesamt drei Möglichkeiten zu speisen. Dabei gibt es in den zwei Außenflügeln zwei Selbstbedienungsbuffets, sowie ganz links vom Eingang ausgehend, ein Dinner-Restaurant. Dazwischen liegt noch die ein oder andere Kaffee-Bar, TV-Ecke, Dusche oder WC. 

Gegen 13 Uhr werden  die Speisen vom Büffet ausgetauscht. Vormittags gibt es ein buntes Brunchbuffet, danach eher Lunch. Wein steht in großer Auswahl direkt am Getränkebuffet zur Verfügung. Die riesige Bier- und Alkopopsauswahl hingegen gibt es in einem Doppelkühlschrank vor dem Dinner-Restaurant.

Man merkt direkt, dass Madrid die Homebase von Iberia ist. Die VIP-Lounge hat somit auch ganz andere Ausmaße. Dennoch gab man sich Mühe, den großen Raum möglichst gemütlich zu unterteilen. Insgesamt ist die Lounge empfehlenswert.

Der Flug LA704

Etwa 30 Minuten vor Abflug konnten wir in die Kabine. Durch den relativ weiten Weg von der Lounge ans Gate waren wir wohl die letzten Business Fluggäste. Natürlich konnte man am separaten Schalter direkt einsteigen und im Flugzeug selbst gab es wieder einen Begrüßungsdrink. Aber nicht nur das, ich durfte sogar noch kurz das Cockpit des Dreamliners besuchen. 

Wie bereits nach Brüssel, saßen wir in der Boeing in der ersten Reihe. Es liegt in der Natur der Akustik, dass je weiter man von den Triebwerken sitzt, desto ruhiger ist es. Diese Faustregel stimmt aber nur bedingt, da nach hinten hin, weitere Luftverwirbelungen entstehen und auch dadurch mehr Lärm entsteht. Die Premium-Kabine ist anscheinend zusätzlich Schall gedämmt, denn hier hört man gar nichts!

Auch wenn wir nur etwa drei Stunden im Flugzeug saßen, waren wir so müde, dass wir wirklich über eine Stunde schlafen konnten. In etwa einer Minute wird aus dem Sitz vollautomatisiert ein Bett und dabei kannst Du ruhig drauf sitzen bleiben. Mit insgesamt drei verdunkelbaren Fenstern stört Dich die Sonne auch nicht.

Die Mahlzeit

Wie bereits auf dem Hinflug gab es als Snack einen Salat. Statt der Hähnchenbrust gab es dieses Mal Lachs, leider esse ich (Michael) jedoch keinen, also aß ich außen rum. Ein Brötchen der Economy Class wäre für mich speziell wohl schmackhafter gewesen. Der Nachtisch riss allerdings wieder alles raus. Einfach top!

Natürlich gab es auch auf dem Rückflug eine große Auswahl an Weinen, Bieren, Säften und Softdrinks. Und falls ich es noch nicht erwähnt habe, serviert natürlich mit richtigem Besteck, Porzellan und Glas.

Am Flughafen in Frankfurt

Immerhin steigst Du als Business Class Fluggast als erstes aus. Nach etlichen hundert Metern und einer Passkontrolle gelangt man dann auch endlich ans Kofferband. Nun begann das große Warten. Eigentlich sollten unsere Koffer als erstes aufs Band rutschen. Doch erst knapp zwei Stunden später rollten die Koffer (durch alle Klassen gemischt) ein. Dumm war obendrein, dass die Herrentoiletten in diesem Abschnitt geschlossen waren und man auch nicht zurück ins Terminal kam. Musste Mann eben warten. Danach ging es zur Bushaltestelle.

Doch bald ist Schluß!

Der Flug nach Madrid gehörte bisher zu den begehrten sehr seltenen Möglichkeiten, eine richtige Langstrecken-Business Class auf einem Kurzstreckenflug zu nutzen. Bereits ab 55,- € pro Richtung gab es dieses Highlight. Ab Sommer 2020 ist damit jedoch Schluß. Zukünftig wird es einen Direktflug nach Santiago de Chile geben. Das wäre dann der längste Flug ab Deutschland überhaupt. Die Reisebeschränkungen zum aktuellen Corona-Virus werden diesen Flug wohl noch eher auslaufen lassen.

Sind Dir 55,- € zu viel, gab es die Economy Class teilweise ab etwa 17,- €, wohl bemerkt mit Gepäck! Da können Ryanair und auch Lufthansa kaum mithalten.

Die richtige Werbung für die Business Class

Es gibt Langstreckenflüge, da schaust Du einfach nur, dass Du schnellstmöglich aus dem Flugzeug kommst. Unser bisher längster Flug war mit virgin atlantic von London nach Los Angeles. Gut, für das Geld war es ein super Flug, doch inzwischen fliegen wir lieber weniger und dafür komfortabler. Bereits von Sansibar nach Brüssel konnten wir bei Tuifly ein sehr interessantes Langstrecken-Produkt testen. Doch eine vollwertige Business Class ist einfach etwas ganz anderes. Du kannst wirklich schlafen und aufstehen, wann und wie Du willst. 

Premium Economy Class Plätze kosten in der Regel etwa 50 Prozent mehr als die Economy Class. Business Class kostet etwa drei mal so viel wie die Economy. Doch bedenke, inzwischen kosten Sitzplatzreservierung, Gepäck und manchmal auch das Entertainment-Programm in der Economy Class extra. Hinzu kommt der Komfort der Priority Lines und die Nutzung der Flughafen-Lounge. In Summe kostet ein Business Class Ticket also nur noch doppelt so viel.

Die Bewertung

Wie immer, versuche ich, das Versprochene mit der Realität zu vergleichen. Das besondere hier ist allerdings, dass man die höchste Klasse bucht, aber nur den Basic-Tarif einer Billigairline bezahlt. Wie sooft gab es auch hier Kritikpunkte am Boden.

Preis/Leistung
5/5
Kosten für Zusatzprodukte
5/5
Pünktlichkeit
3.5/5
Bordservice
5/5
Entertainment
4/5
Komfort
5/5
Qualität der Speisen/Getränke
5/5
Bodenservice
5/5
Lounge
4/5
Premium Business
4.6/5

Die Buchung auf der Webseite von LATAM ist einfach. Es gibt keinerlei Überraschungen oder Fehlfunktionen. Im Übrigen ist die Webseite der Airline meist auch der günstigste Anbieter. Bereits bei der Buchung kannst Du Deinen Sitzplatz auswählen und der Online-Check-In ist ebenfalls easy. Lediglich auf dem Rückflug funktionierte hier gar nichts.

Obwohl es sich hier um Premium Business handelt, gab es weder in Frankfurt noch in Madrid eine Priority Line bei der Sicherheitskontrolle. Hinzu kommt noch das wie immer schlecht gelaunte und meist unfreundliche Personal in Frankfurt. Von der verwirrenden Beschilderung (s. oben) in Frankfurt muss ich ja nicht wieder anfangen… Irgendwie finden wir auf allen Flughäfen dieser Welt, unsere Ziele, außer in Frankfurt, obwohl wir hier schon 30 mal abflogen. 

Was wirklich ein wenig negativ zu bewerten ist, ist der späte Check-In am Madrider Flughafen. Erst etwa zweieinhalb Stunden vor Abflug öffnete dieser. Von da aus bist Du dann noch etwa 25 Minuten bis zur Iberia-Lounge unterwegs. Du musst hierbei mehrere Rolltreppen, Aufzüge und die U-Bahn bis zum Terminal 4S nutzen. Zusätzlich kommt die Sicherheits- und Passkontrolle dazwischen. Von der Lounge bis zum Gate sind es dann erneut etwa 15 Minuten.

Das Entertainment ist leider nicht auf Deutsch, obwohl es ein Flug ab Deutschland ist. Auch die Flugkarte ist nicht konfigurierbar.

Über das Preis-Leistungs-Verhältnis ist nichts hinzuzufügen. Selbst wenn man den regulären Preis von etwa 200,- € pro Richtung zahlen würde, wäre das Gesamtpaket unschlagbar. Linienflüge in der Business Class von Lufthansa und Co kosten um ein vielfaches mehr. Und dann auch noch in einem A320. Immerhin ist der mittlere Sitz dann frei, ändert dennoch nichts daran, dass LATAM im Vergleich hierzu eine echte Langstrecken-Business-Class anbietet.

Zwar kommt man als Business-Class-Gast als erstes aus dem Flugzeug, das änderte in Frankfurt aber mal wieder nichts daran, dass die Kofferausgabe fast zwei Stunden dauerte. Zeitgewinn gleich null! 

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Unser Fazit

Es ist immer wieder interessant, wie unterschiedlich die gleiche Airline ein Leistungsgefälle zwischen Kurz- und Langstreckenflüge haben kann. LATAM ist laut Bewertungen gerade einmal mittelmäßig im Kurzstreckensegment. Auf der Langstrecke hingegen stimmt der Service.

LATAM bot mit dieser Verbindung ein Novum im europäischen Flugnetz. Sehr schade, dass dies nun wohl für immer Geschichte sein wird. Egal ob für Touristen, Berufspendler oder Familienmitglieder, diese Verbindung war einzigartig. Wo sonst weltweit würde ein Erasmusstudent mit der Business Class ins Auslandssemester fliegen.

Kommen wir zu uns… Nur selten sind Flüge wirklich erholsam, doch auf diesem zweieinhalb stündigen Flug kamen selbst wir zur Ruhe. Der Loungebesuch ist natürlich bereits ein Garant für stressfreies Boarding. Niemand muss sich überteuerte Snacks im Terminal kaufen oder gar vergeblich nach einem freien Sitzplatz suchen. Man ist einfach schlicht und ergreifend komfortabler unterwegs. 

LATAM ist eine 1929 in Chile gegründete Airline, die 2012 aus LAN und der brasilianischen TAM zu LATAM fusionierte. LATAM gehört zur Luftfahrtallianz oneworld. Durch den Einstieg von Delta Airlines wird LATAM die Allianz oneworld im April 2020 verlassen. Durch die noch engere Zusammenarbeit mit Delta Airlines stehen dem Reisendenden weit über 400 Destinationen zur Wahl. LATAM bietet aktuell Flüge nach Südamerika von München und Frankfurt aus an. Dabei werden moderne Boeing 789 und 777 eingesetzt. Demnächst wird auch der Airbus A350 öfters anzutreffen sein.