Covid-19 beziehungsweise der Corona-Virus legt zur Zeit die gesamte Weltwirtschaft lahm. Schlimmer noch, zig tausende Menschen sind gesundheitlich hiervon betroffen, doch woher kommt diese Lungenkrankenheit eigentlich? In verschiedenen Medien wird die Stadt Wuhan in China als Ausgangsort festgelegt. Ohne nun weiter auf die Schuldfrage, Spekulationen, Panikmache oder Verharmlosung einzugehen, möchten wir Dir ein Bild dieser Stadt geben.

Eins vorweg, wir selbst waren noch nie in Wuhan in der Provinz Hubei in Zentralchina. China konnten wir allerdings bereits vor vier Jahren bei unserem Hongkong-Trip in Teilen kennen lernen. Damals besuchten wir Macau, Hongkong, Kowloon und Shenzhen. In diesem Beitrag möchten wir dieser in Ungnade gefallenen Millionenstadt ein Gesicht geben.

Die 8-Millionen-Metropole am Yangtse

Acht Millionen Einwohner sind für asiatische Metropolen nichts außergewöhnliches, daher verwundert es auch kaum, dass bis vor kurzem niemand in der westlichen Welt diese Stadt kannte. Als Vergleich, London zum Beispiel hat etwa neun Millionen Einwohner und Berlin 3,6 Millionen. Doch Wuhan wuchs nicht erst vor wenigen Jahren, bereits 1950 gab es dort über eine Million Einwohner.

Wuhan hat weltweit weit mehr als ein Dutzend Städtepartnerschaften, darunter auch Duisburg aus dem Ruhrgebiet. Aus diesem Grund besitzt auch eine S-Bahn in Deutschland den Namen der Partnerstadt. Im Jahre 2014 erwirtschafte die Stadt über 231 Milliarden US-Dollar, wäre Wuhan ein Staat, wäre Wuhan unter den größten 45 Volkswirtschaften der Welt, aber Wuhan ist so nur eine „kleine“ Provinzstadt inmitten Chinas. Wuhan ist besonders für seine Eisen- und Stahlerzeugung bekannt. Hier kommt auch wieder die gute Beziehung zu Duisburg ins Spiel. Es gibt aber auch eine große Brauerei nach deutschem Vorteil. Ansonsten stützt sich die Wirtschaft hauptsächlich auf Motoren-, Maschinen-, Fahrzeug- und Schiffbau.

Moderne und Tradition

Wie in allen Metropolen Chinas, liegen Tradition und Moderne sehr nahe beieinander. So auch in Wuhan. In Wuhan gibt es mehrere Mega-Wolkenkratzer, darunter der Wuhan World Trade Tower mit 273 Metern, der 311 Meter hohe Fernsehturm Guishan und das 2019 fertiggestellte Wuhan Center mit 438 Metern. Aktuell befindet sich das Wuhan Greenland Center im Bau. Eigentlich soll der 636 Meter hohe Turm 2020 fertiggestellt werden. Somit wäre dieser Wolkenkratzer das zweithöchste Gebäude der Welt.

Die Region ist bereits seit 3000 Jahren durch Menschen besiedelt. Während der Han-Dynastie wurde die Stadt bereits durch diverse Schutzmauern in seiner Hafenfunktion geschützt. 223 nach Christus wurde Wuhan selbst gegründet. In den folgenden Jahrhunderten wurde Wuhan dann immer mehr zur Wirtschaftsmetropole.

Aktuell gibt es sieben Brücken und einen Tunnel, um den Yangtse (Jangtsekiang) zu überqueren. Die erste Brücke (rechts auf dem Foto) wurde 1957 mit Hilfe der Sowjetunion gebaut. Im unteren Deck wurde eine Bahnstrecke, welche Nord- und Südchina verband, installiert. Auf dem oberen Deck findet der Straßenverkehr Platz.

Wuhan ist trotz aller aktuellen Negativschlagzeilen in normalen Zeiten eine Reise wert. Das Wahrzeichen der Stadt ist die Kranichpagode, auch bekannt als Pagode des gelben Kranichs. Das fünfstöckige Bauerwerk wurde ursprünglich im Jahre 223 erbaut. Durch Feuer und wechselnder Herrschaften wurde der Turm mehrfach zerstört. Die aktuelle Nachbildung wurde im Jahr 1985 fertig gestellt. Sehr bekannt ist auch die alte Bibliothek der Universität von Wuhan.

Fast 3000 Jahre Geschichte und wechselnde Dynastien machen Wuhan zu einem interessanten Ort. Auch wenn zur Zeit niemand wirklich dort hin möchte, sollte man irgendwann einmal der ganzen Sache wieder eine Chance geben. 

Covid-19 und Wuhan

Aktuell geht man wohl davon aus, dass bereits Ende 2019 auf einem Fischmarkt der Corona-Virus SARS-CoV-2 von einer Fledermaus auf den Menschen übersprang. Um Falschmeldungen zu vermeiden, sollten unbedingt die News der WHO und des RKI als offizielle Informationsquellen verwendet werden. Am 23. Januar 2020 wurde Wuhan als erste Stadt unter Quarantäne gestellt.

Bereits vor wenigen Jahren wurde in Wuhan ein Biolabor zur Erforschung gefährlicher Krankheitserreger errichtet.

Bleibt aktuell nur zu hoffen, dass zeitnah alle Auswirkungen bekämpft werden. Letztlich solltest auch Du Deinen Beitrag in dieser Krise leisten. Der Stadt Wuhan bleibt demnach auch nur das Beste zu wünschen. An diesem Beispiel siehst Du aber, wie ein Ereignis in einer Dir unbekannten Stadt das ganze Leben auf den Kopf stellen kann!

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