Grand Cayman – Selten assoziiert man einen Namen mit komplett so verschiedenen Dingen wie hier. Kennt man die größte der Kaimaninseln zum einen aus Piratenfilmen und dem Reisekatalog auf der anderen Seite aus Finanzskandalen
Am 1. Dezember 2017 war es soweit, über Nacht brachte uns die 290 Meter lange Carnival Splendor von der 650 km entfernten Insel Roatan nach Grand Cayman. Früh morgens ankerte das Schiff vor George Town. Ähnlich wie auf Belize, sollten die über 3000 Passagiere über Tenderboote auf die Insel gebracht werden. Warum auch immer dauerte es hier jedoch mehrere Stunden, bis alle Passagiere auch wirklich auf der Briefkasteninsel ankamen. Kontrollierte auf Cozumel noch ein echter Hund die Einreisepapiere, war hier nur noch ein Bild eines Hundes dafür zuständig.

Schnell gelang man zu Fuß in die Kolonialzeit geprägte Altstadt. Ein paar bekannte Luxusmarken in kleinen eher runtergekommenen Boutiquen säumen die Geschäftsstraße direkt am Meer. Auf Anhieb fand man weder etwas besonders interessantes oder ein gutes Restaurant. 

Kaimaninseln
Kaimaninseln
Cayman Islands

Also nichts wie hin zum Strand!

Überall stehen Touranbieter, die einen mit ihren schrottreifen Kleinbussen ab US$ 10 um die Insel fahren. Da wir weder Tauchfans noch Fans von Touristenfallen sind, nahmen wir uns ein Sammeltaxi für US$ 5 zum Seven Miles Beach. Der alte Bus wurde von der alten Dame mühevoll mit Personen vollgestopft, bevor es etwa 20 Minuten zum vermeintlichen Seven Miles Beach ging. Vermeintlich daher, da der eigentliche Naturstrand noch ein paar Kilometer entfernt hinter einer Landzunge gelegen war. Wollen wir aber nicht meckern, der uns gebotene Strand würde jeden Mittelmeerstrand in den Schatten stellen! Für zunächst US$ 20 pro Person bot uns ein fliegender Liegenvermieter, der auch Powerbanks, Jet Skis, Melonen, Rostwürste und weiteren unnötigen Kram anbot, letztlich zwei Liegen inklusive Schirm für den zunächst genannten Einzelpreis an. Ein schöner weißer flacher Strand mit türkisem warmen Wasser! 

Durch den langen Transfer zur Insel, war die Zeit knapp, also ging es nach knapp drei Stunden wieder Richtung Hafen. Ein völlig zugekiffter Rastafari fuhr uns mit seinem Zivibus für ebenfalls US$ 5 pro Kopf zurück zum Hafen. Man glaubt es kaum, aber die ganze Insel besteht nur aus Stau. Knapp 40.000 Menschen leben auf knapp 35 km Länge, dennoch sind die Straßen überfüllt. Der gut gelaunte Busfahrer, der uns pausenlos die Geschichte der Insel erzählte und durch einen Ellbogenkick, kommentiert mit YO MAN, seine Bestätigung suchte, erzählte in der Tat interessante Dinge.

Wir fuhren an mehreren ehemals grandiosen Hotelanlagen vorbei, die 2004 von Hurrikan Ivan wie 80% aller sonstigen Gebäude komplett zerstört wurden vorbei. Nebenbei erzählte er uns, dass man am besten alle Politiker in ein Säurefass werfen würde. Anders als in Luxembourg findet man allerdings keine Briefkästen, was mich persönlich etwas enttäuscht hatte. Dennoch sollte es kein Geheimnis sein, dass auch hier Milliarden geparkt werden. Nach etwa 20 Minuten Fahrt erreichten wir den mit WLAN-ausgebauten Kreuzfahrthafen.

Übrigens lohnt es sich nicht, einen Mietwagen zu buchen. Man findet zwar mehrere Autovermietungen, die zunächst einmal eine Tagesrate ab circa 15,- € anbieten. Im nächsten Schritt kommen dann jedoch knapp 100,- € für irgendwelche obligatorischen Gebühren hinzu. Die nächste Autovermietung ist eh wahrscheinlich vom Hafen weiter entfernt als die zu besuchende Attraktion!

Gegen 17 Uhr Ortszeit ging es wieder zurück zum Schiff, auf dem wir uns in mehreren der dutzenden Restaurants mit Speisen versorgten!

Mein Fazit: Traumhafter Strand – Mehr spürt man vom Mythos des Schurkenstaats kaum. Es mag sein, dass Taucher auf Ihre Kosten kommen. Dann aber bitte unbedingt über die Reederei buchen, damit eure Heimfahrt auch wirklich gesichert ist. Ansonsten bleibt noch zu sagen, dass die Telekom auf Grand Cayman kein Roaming anbietet. Auch unsere Reise-SIM hatte keinen Empfang. Fahr  einfach zum Strand und genieß es. Ansonsten gibt es wenig…