Noch besser als sonst wollte ich vorbereitet sein, denn schließlich ging`s wie Du weißt, für mich zum ersten Mal in die Lagunenstadt. Ich wollte regelrecht in der Schönheit von Venedig schwelgen. Auf dem Canal Grande mit einem Schmachtfetzen trällernden Gondoliere schippern und mich an den alten Bauten erfreuen. Im Hintergrund der Markusplatz… und ein großes Kreuzfahrtschiff , das sich durch Venedig schiebt. „Die Kreuzfahrtschiffe machen unser Venedig kaputt, genauso wie der Massentourismus.“ Die Worte haben mich verfolgt und klangen noch lange in mir nach. Es war unklug sich diese gesellschaftskritische Reportage kurz vor der Abreise anzuschauen. Danach fühlte ich mich unbehaglich, denn ich mag Kreuzfahrtschiffe und bin ebenso gern Tourist. Doch ich kann Dich schon jetzt beruhigen, vor Ort war alles gut. Meine Freundin Daniela (die Du schon aus unserem London Wochenende kennst), meine Schwester und auch meine Nichte Danni, 

wir fühlten uns wohl. Gegen Mittag landeten wir am Airport Trevisio (TSF). Von dort aus ging es dann mit dem Bus weiter. Die Tickets für den Transfer nach Venedig hatten wir an einem Automaten in der Ankunftshalle gezogen, dort wo die Gepäckausgabe ist. Du kannst die Fahrscheine aber auch draußen, direkt am Bus kaufen. Die Preise sind, zumindest was wir gesehen haben, gleich. 22 Euro kostete die Hin– und Rückfahrt.

Wenn Du schon mal in der Stadt der vielen Brücken warst und bist genauso angereist, weißt Du, dass Du am Busbahnhof Piazzale Roma ankommst. Der einzige Platz in Venedig, wo motorisierte Straßenfahrzeuge dann noch zulässig sind. Die meisten Parkhäuser befinden sich auch in unmittelbarer Nähe. Hier heißt es also Endstation für Autos, Buslinien und auch die Straßenbahn. Jetzt geht es nur noch zu Fuß oder mit dem Vaporetto (Wasserbus) weiter.

Busbahnhof Piazzale Roma

Blick auf den Busbahnhof Piazzale Roma

Den berühmten Canal Grande erreicht man von Piazzale Roma mit wenigen Schritten. Genauso wie die Fußgängerbrücke Ponte della Costituzione, sie verbindet das Festland mit der Altstadt. Eine wunderschöne Bogenbrücke und dreimal darfst Du raten, wer vor lauter filmen und gucken, gleich mal die Treppenstufen hoch stolperte…

Wir wollten zuerst ins Hotel, die Koffer abgeben und uns frisch machen. Nun hieß es den Fahrplan studieren, um kurz darauf über den Canal Grande mit einem lauten qualmenden Vaporetto, zu tuckern. Nicht nur die Kreuzfahrtschiffe verpesten hier anscheinend die Luft, genauso wie die Fabriken vor den Toren von Venedig, schießt es mir durch den Kopf. Die Häuser, rechts wie links, sind aber so atemberaubend schön, dass ich gar nicht weiter darüber nachdenke, bis ich den ersten Gondoliere erspähte! Echte Venezianer meiden sie angeblich. Sie bleiben unter sich und verdienen anrüchig viel Geld. So wird es zumindest erzählt. Irgendwie mochte ich jetzt  gar nicht mehr Gondel fahren. Verflixte Reportage!

Venedig

Wir fuhren unter der berühmten Rialtobrücke durch, bejubelten sie wie einen Filmstar und stiegen kurz darauf an unsere Haltestelle aus. Ein paar Minuten später standen wir auch schon vor unserem gebuchten Hotel Iris Venice. Die Lage war 1A, an einem Kanal gelegen, umgeben von alten Palazzi, der Rest…schwierig. Mit feuchten muffigen Gemäuer habe ich gerechnet, schließlich ist das Haus schon älter und bekommt oft nasse Füße, aber auf eine zwei Zentimeter dicke Staubschicht auf der gepolsterten Bettrückwand war ich wirklich nicht vorbereitet. Die Sauberkeit lies sehr zu wünschen übrig und das spärliche, lieblose Frühstück war schlichtweg eine Frechheit. Was lehrt mich das? Beim nächsten Venedigtrip wird am Hotel definitiv nicht gespart!

Die Rialtobrücke

Die Rialtobrücke
Frau Schirra bloggt
Stehen am Canal (G)RANDE
Die berühmteste Brücke Italiens

Nach dem einchecken und bevor wir später müde ins (ungeliebte) Bett sanken, erkundeten wir noch die Gegend. Wir liesen uns durch die engen Gassen von Venedig treiben, landeten in einer gemütlichen Pizzeria und abends wagten wir uns auch auf die Rialtobrücke. Dort hatte ich mit dem schlimmsten gerechnet, doch sie war gar nicht überlaufen. Ich stand sogar in erster Reihe und konnte diese herrlichen Fotos schießen.

Venedig bei Nacht
Die Innenseite...
der Rialtobrücke

Tipps

Eigentlich wollte ich in der Taverna al Remer essen gehen, ein kleines verstecktes Lokal in einer Sackgasse, direkt am Canal Grande. Wir fanden das Restaurant, doch leider haben wir es zeitlich nicht geschafft uns dort nieder zulassen. Also hier mein Tipp für Dich, wenn Du all you can eat Buffet mit Pasta, Salate und belegte Baguettes magst.

Noch ein Tipp gefällig? Gerne. XETRA. Den supercoolen italienischen Modeladen haben wir leider auch nicht besuchen können. Vielleicht auch besser so. Vier shoppingwütige Mädels – nicht auszudenken! Folge dem Link und Du weisst wovon ich rede. Du liebst Zara? Dann bist Du dort genau richtig.

Und wenn ich gerade dabei bin…den wohl bekanntesten Buchladen in Venedig, Libreria Acqua Alta, haben wir auch nicht geschafft. Hier hat man aufgegeben gegen das Hochwasser (Acqua alta) anzukämpfen und lebt damit, in dem man die Bücher in wasserdichte Behältnisse wie Badewanne oder in Gondeln lagert. Es soll etwas chaotisch sein, ist aber bestimmt einen Besuch wert.

Du siehst, ich habe jetzt schon genügend Gründe, um Venedig wieder zu besuchen. Wenn es nach mir ginge, lieber heute als morgen. 

Der Markusplatz

Am nächsten Tag ging es, wie Kaiser Napolion eins sagte, zum „schönsten Festsaal Europas“, den Markusplatz. Ich bringe diesen Platz unweigerlich mit dem Historienfilm Sissi in Verbindung. Kannst Du Dich an diese eine besondere Szene erinnern? „Viva la Mamma!“ Ergreifend, oder? Ein venezianischer Spruch besagt übrigens, man solle sich vor dem Platz zwischen den Säulen in Acht nehmen. Vermutlich weil man hier früher eines unnatürlichen Todes starb. Ich habe den Platz natürlich gemieden, man weiß ja nie. Ok. Willst Du Dir weiteren Ärger ersparen, dann füttere auf gar keinen Fall die Tauben! Hier drohen Bussgelder zwischen 500 und 800 Euro.

Meine Nichte Danni hat sich am Markusplatz ihren ersten Selfie-Stick gekauft. Die Bilder sind der Knaller. Hoffen wir mal, dass uns bei den ersten Versuchen damit, niemand gefilmt hat. Das ginge garantiert auch in die Geschichte ein!

Wie Du auf den Bildern siehst, war der Markusplatz gut besucht. Wie muss das erst im Sommer sein?

Direkt hinter dem Dogenpalast findest Du auch die berühmte Seufzerbrücke. Die Brücke führte direkt ins ehemalige Gefängnis. Kein Wunder, dass manch einer hier laut seufzte…  

Der Markusplatz und Dogenpalast
Fau Schirra bloggt über Venedig
Mit meiner Nichte Danni
Die Seufzerbrücke...
verbindet den Dogenpalast mit dem ehemaligen Gefängnis
Venedig in der Abenddämmerung

BURANO und das Geschäft mit dem Geschäft

Vor der Reise hatten wir beschlossen, das farbenfrohe Frischerdorf Burano zu besuchen. Die kleine bunte Schwester von Venedig ist mit dem Boot in einer guten Dreiviertelstunde zu erreichen. Jetzt weißt Du auch, warum wir einige Punkte nicht geschafft haben. Die Zeit wurde bei dem Programm dann doch knapp. 

Die Häuser auf Burano sind nicht ohne Grund so unterschiedlich bunt, die Fischer erleichtern sich damit ihr Leben, denn ihre Anlegeplätze sind so besser zu finden. Die Idee könnte glatt von mir stammen. Mach dennoch nicht den selben Fehler wie wir und fahre gegen Mittag dort hin, da ist das Inselchen überlaufen.  Besuche Burano lieber erst nachmittags. Weniger Menschen, weniger Warteschlangen.

Burano wird mir definitiv für immer in Erinnerung bleiben, nicht nur wegen den farbenprächtigen Häuser. Das Geschäft mit dem Geschäft… verhielt sich leider so: Wenn Du (dummerweise dringend) die Toilette aufsuchen willst und Du ERST (samt Deinen Begleitungen) eine Bestellung aufgegeben musst, um zu erfahren, wo genau sie sich überhaupt befindet.
Auf dem Weg zum WC begleitete mich eine deutsche Touristin: „Habe ich das richtig mitbekommen? Ihnen wurde erst nach der Bestellung der Weg zu Toilette preisgegeben?“ So ist es! Vielleicht gab es in der Vergangenheit viele rücksichtslose Touristen, die dieses „Vorgehen“ rechtfertigen, aber nicht, wenn schon drei Personen Platz genommen haben, eine Bestellung aufgeben und eine Person steht (also ich) und diese dann mit forderten Blick nötigt sofort was zu ordern, um dann mit einer schnellen Handbewegung ums Eck zeigt…

Ich habe das stille Örtchen selbstverständlich dann mehrfach aufgesucht – nur das Du es weißt! 

Burano mit seinem schiefen Kirchturm und den leuchtenden Häusern ist dennoch einen Besuch wert, wunderschön, man sagt der Insel nach, es soll die Bunteste der Welt sein. Also lass Dich von dieser kleinen Episode bloß nicht abhalten und besuche sie, wenn es Deine Zeit zulässt.  

Auf dem Weg nach Burano kommst Du mit dem Vaporetto..
an San Michele vorbei, die Friedhofsinsel von Venedig.

Wenn Du eine Unterkunft auf Burano suchst, kann ich Dir CASA BURANO empfehlen. Man muss ja nicht immer in Vendig übernachten. 

Nach unserem Burano Ausflug, ging es noch einmal durch unzählige schönen Gassen zurück ins Hotel. Danach haben wir es uns direkt im benachtbarten Restaurant Osteria Del Cason gut gehen und den Tag Revue passieren lassen. 

Venedig Impressionen

Gepäckaufbewahrung in Venedig

Bevor es am nächsten Tag Sonntag mittags für uns wieder nach Hause ging, haben wir unsere Koffer erst noch an einer Gepäckaufbewahrungsstelle, aufgegeben. Natürlich hätten wir unser Gepäck auch im Hotel abgeben können, doch das wollten wir nicht. Ein Koffer ist bei einer Erkundungstour einfach lästig, nicht nur in Venedig.

Direkt an der Vaporetto Haltestelle Ferrovia am Bahnhof, befindet sich eine Art Kiosk, der diesen Service anbietet. Der kleine Handgepäckkoffer kostete 5 Euro, die normalen Koffer 8 Euro. Du kannst aber auch einfach ein paar Schritte weiter zum Bahnhof gehen, dort befindet sich der KiPoint (halte Dich im Bahnhof immer rechts Richtung Gleise) dort bezahlst Du für die ersten 5 Stunden für jedes Gepäckstück 6 Euro. Hier musst Du einfach rechnen was für Dich im Gesamten günstiger kommt. 

Wir schlenderten noch ein wenig in der Gegend um den Busbahnhof herum und hatten zum Abschluss dann noch den genialen Einfall, das Parkhaus San Marco zu besuchen. 

Denn von ganz oben, auf dem Parkdeck, hast Du eine wunderschöne Aussicht auf Venedig. Kostenlos und ohne Wartezeit! Zumindest, wenn Du dort nicht parkst, denn dann bezahlst Du pauschal knapp 30 Euro – sozusagen das Eintrittsgeld für Venedig!

Aussicht vom Parkhaus "Garage San Marco"

Mein Fazit und wohin die nächste Reise geht

Venedig ist eine Traumstadt und ich kann den Hype sehr gut nachvollziehen. Egal wieviel schon über diese Stadt in den verschiedensten Blogbeiträgen geschrieben wurde, jeder erlebt sie anders.

Hätte Rynair unsere Flugzeiten Wochen zuvor nicht so unvorteilhaft verändert, wir hätten deutlich mehr gesehen und erlebt. So fehlten uns am Ende acht Stunden, viel Zeit bei einem Kurztrip. Doch wir haben das Beste daraus gemacht und die Zeit miteinander, in vollen Zügen genossen.

Auf jeden Fall wird mich Venedig wieder sehen, diese Stadt hat mein Herz erobert!

Aber jetzt geht es erst mal nach Portugal, in die Nähe von Lissabon, denn Michael und ich haben ein paar Tage Urlaub. Der erste Urlaub für dieses Jahr. Ich hoffe Du begleitest uns wieder auf Instagram in den Stories. Ich wünschte Dir jetzt schon viel Spaß und 

bis bald von der iberischen Halbinsel.

Petra