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Das Jahr 2020 ließ kaum Grund zum Feiern, dennoch gab es in der ältesten Stadt Deutschlands einen wichtigen Anlass. Die Universität Trier feierte ihr 50jähriges Bestehen. Zu diesem Jubiläum widmete das Stadtmuseum Simeonstift an der Porta Nigra eine Sonderausstellung. In dieser Ausstellung erfährst Du nicht nur alles über die aktuelle Universität, auch die über drei Jahrhunderte dauernde alte Universität wird ausführlich aufgearbeitet.

Auch wenn es in Trier in der Vorweihnachtszeit wenig Grund zur Freude gab, sollte man sich dennoch auf das Besinnen, was eine Stadt, gar eine ganze Region stolz macht. Das Jubiläum der Universität Trier ist wahrlich ein solcher Grund. Seit nun mehr als 50 Jahren werden Studierende aller Geschlechter, jeglicher Herkunft in 30 Studiengängen für die spätere berufliche Zukunft ausgebildet. Trier ging dabei immer zeitgemäße und nachhaltige Wege. Trotz Corona ist dieser Umstand dennoch mit Abstand zu feiern!

Trier und Wein

Unter strengen Schutzmaßnahmen wurde im Spätherbst 2020 der Social Media Termin im Stadtmuseum Siemeonstift durchgeführt. Zu dem offiziellen Termin lud das Museum selbst. Referiert wurde der Nachmittag unter anderem durch den Universitätspräsidenten Univ.-Prof. Dr. Michael Jäckel. 

Um den Samstagnachmittag auch genüsslich zu untermalen gab es feine Weine aus der Region. Sogar der eigene Wein der Universität wurde dabei verköstigt. Es war unumgänglich Trier, die Universität und den Weinanbau in einem Atemzug zu nennen. Trier kann hierbei auf eine Jahrtausende alte Weinbautradition anstoßen.

Aus diesem Anlass heraus wirst Du auch zeitnah einen schmackhaften Blog-Beitrag hierzu lesen können. Heute befassen wir uns erst einmal damit, wie es überhaupt wieder dazu kam, das es eine Universität in Trier gibt.

Die Ausstellung als Video

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Corona trifft uns alle. Trotz der sehr informativen Sonderausstellung vor Ort, wird es für viele Menschen mit Vorerkrankungen auch nach dem Lockdown schwierig sein, diese Ausstellung bedenkenlos zu besuchen. Als kleine Entschädigung gibt es hierzu das oben gezeigte Video. Darin stellt Universitätspräsident Prof. Dr. Michael Jäckel die Ausstellung in einem Rundgang vor.

Trier ist nun (erneut) Universitätsstadt

Es waren die Jahre des Aufbruches, man wollte sich von der deutschen Vergangenheit distanzieren. Man wollte das alte, verstaubte Image der sehr strikten hierarchischen Universitäten ad acta legen. Dies war nicht nur in Trier so, überall in der Republik schossen moderne Universitätsgebäude wie Pilze aus dem Boden. Möglich machte dies vor allem der Gedanke, draußen auf der „grünen Wiese“ vor den Stadttoren die neuen Campusse zu errichten.

Deutschland wollte wieder Forschung betreiben und dazu benötigte es Platz, viel Platz auch für zukünftige Erweiterungen. Am Beispiel Trier – und Trier gehört nun nicht zu den großen Universitäten, was die Anzahl der Studierenden angeht – kann man das Problem schnell erahnen. Aktuell beheimatet die Universität Trier knapp 13.000 Studierende und 2.000 Beschäftigte. Weitere Hochschulen erhöhen die Gesamtzahl aller Studierenden noch einmal. Und nun stelle man sich vor, man hätte versucht, diese Studierenden in das römische beziehungsweise mittelalterliche geprägte Trier anzusiedeln.

Trier befand sich in den 1970ern in prominenter Gesellschaft. Auch in Bochum, Regensburg, Konstanz oder in Bremen wurde auf der „grünen Wiese“ kräftig gebaut. Da der Bau in Tarforst mehrere Jahre in Anspruch nehmen sollte, siedelte sich die Universität daher 1970 zunächst am Standort Schneidershof an. Die heutigen A- bis D-Gebäude am Schneidershof wurden speziell aus diesem Grund gebaut. Das Gelände am Schneidershof dient heute als Standort der Hochschule Trier.

Doch bevor die ersten Bagger rollen sollten, war noch einiges zu tun! Immerhin gab es seit der französischen Herrschaft keine Universität in Trier mehr. 172 Jahre gab es letztlich keine Universität in Trier. Immer wieder kämpften verschiedene Initiatoren für die Wiedereröffnung der Universität. Erst im letzten Jahrhundert kam allerdings wirklich Bewegung rein.

Als einer der Hauptinitiatoren gilt der Regierungspräsident Wilhelm Steinlein. 1969 beschloss die Landesregierung, neben Mainz eine weitere Universität in Rheinland-Pfalz zu gründen. Zunächst sollte man mit Kaiserslautern als Doppeluniversität antreten. Wobei Trier sich auf die Geistes- und Kaiserslautern sich auf die Naturwissenschaften konzentrieren sollte. Bereits 1975 sollten Kaiserslautern und Trier getrennte Wege gehen.

Diese kurze Zusammenfassung gibt nur eine ganz grobe Wiedergabe dessen, was im 20. Jahrhundert in Trier geschah. In der Ausstellung erfährst Du auch, was zum Beispiel das Gebäude am Hauptmarkt, in dem heute Mc Donald’s beheimatet ist, mit der Universitätsgründung zu tun hat.

Doch es gab bereits eine Universität in Trier

Bereits von 1473 bis 1798 gab es eine Universität in Trier. Insgesamt 325 Jahre existierte die „Alma Mater Trevirensis“ bis sie 1798 unter der französischen Herrschaft aufgelöst wurde. Die damalige alte Universität bestand, anders als heute, nicht aus zentrierten Campussen sondern vielmehr aus mehreren Einzelgebäuden in der Trierer Innenstadt. Auch das Stadtmuseum war zu damaliger Zeit Bestandteil der damaligen Universität. 

Die Gründung der Universität von Trier im Jahre 1473 wurde begleitet von weiteren Gründungen in Ingolstadt (1472), Mainz (1477) und Tübingen (1477). Bis zur Gründung der Universität im „Rom des Nordens“ gab es allerdings große Anstrengungen. Bereits etwa 20 Jahre zuvor investierte der Trierer Erzbischof und Kurfürst Jakob I. von Sierck mit seinem Weggefährten den Kardinal und Philosophen Nikolaus Cusanus viel Kraft und Mühe in dieses Vorhaben.

Im Jahre 1455 lohnten sich zunächst diese Anstrengungen. Papst Nikolaus V. gab sein Einverständnis zur Gründung. Durch den Tod des Erzbischofs und die hohe Überschuldung sollte es noch einige Jahre dauern. Sein Nachfolger Johann II. bemühte sich weiterhin. Doch erst der Rat der Stadt Trier setzte mit dem Erwerb der Rechte für die Gründung vom Erzbischof den entscheidenden Schritt.

Von nun an wurden die Fächer Theologie, Philosophie, Medizin und die Rechtswissenschaft gelehrt. Ein Jahr später bestätigte auch Papst Sixtus IV dieses gegebene Privileg seines Vorgängers.

Genau genommen gab es bereits eine Hochschule in der damals römischen Stadt. Das Wirrwarr der damaligen Zeit setzte allerdings einen Schlussstrich unter dieses Kapitel. Es sollte mehrere Jahrhunderte dauern, bis die uns bekannte alte Universität gegründet wurde.

Man ging neue Wege

Der bewusste Bau des Campus I weit außerhalb der Innenstadt ist für die damalige Zeit ein Novum. Aber auch der Umstand, optisch sich von der damalig vorherrschenden Meinung von Stereotypen, wie Talaren oder ähnlichem zu distanzieren, läutete eine neue Ära ein.

Auch wenn es sich zur jetzigen Zeit durchaus über den Baustil der späten 1970er streiten lässt, legte die Universität seit jeher Wert auf Kunst. Am Trierer Campus findest Du inzwischen 20 Kunstwerke. Beteiligt waren daran Künstler wie Erich Kraemer, Barbara Wille und Waldemar Otto. Im Jahre 2013 wurde das Trierer Campusgelände vom Bund deutscher Landschaftsarchitekten gar als einer der 100 „besonderen Orte“ ausgezeichnet.

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Der schmale Grat zwischen Historie und Moderne

Anders als in vielen amerikanischen Filmen findet man selbst bei Abschlussfeiern wenige typische Relikte, wie zum Beispiel Talare. Erst seit kurzem gibt es Bewegungen, diesen weltweiten Brauch auch in Trier auszuleben. Wohingegen heutzutage vom Präsidenten der Universität auch wieder eine Amtskette nach historischem Beispiel getragen wird. Wie Du sehen kannst, bestimmen die Zeiten auch den Wandel. Was im ersten Moment widersprüchlich klingt, ist bei näheren Überlegungen dem Fortschritt, der Dynamik und letztlich dem aktuellen Zeitgeschehen geschuldet. 

Schon jeher gab es Reformen über das Universitätswesen. Reformen sind Voraussetzungen für Neuerungen. Bereits zu Zeiten der alten Universität gab es Ansätze, Reformen einzuführen. Diese waren allerdings meist vom aktuellen Machtgefüge abhängig.

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Der Brunnenhof des Stadtmuseums Simeonstift bei Nacht

Bewusst kehrte man sich im letzten Jahrhundert von den traditionellen Ordinarienuniversitäten ab. Dies hatte mitunter zur Folge, dass es in Trier keine Institute gibt. Folglich wurden klassische Begriffe wie Lehrstühle neu interpretiert. Daher gliedert sich die Universität bis heute nicht in Fakultäten sondern in Fachbereiche. Aus diesen Gründen verzichtete man auch auf eine Amtstracht und dem Zepter.

Du kannst Dir bestimmt denken, dass dieses Thema echt spannend sein kann, dann musst Du unbedingt zur Ausstellung! Auch wenn es zu Beginn der neuen Universität nach außen hin zu einer Abgrenzung zum alt eingestaubten Klischee einer Universität kam, sahen dies nicht alle Studierenden in ihrem Alltag so. Näheres erfährst Du auch hier in der Sonderausstellung.

Historische Standorte

Bevor es in den 1970er Jahren nach Tarforst und später mit dem Campus II ins benachbarte Kürenz ging, war zunächst auch der Campus Schneidershof Standort der Universität Trier. Später war die Fachhochschule Trier beziehungsweise Hochschule Trier dort beheimatet.

Zu Zeiten der alten Universität gab es keinen klassischen Campus. Die einzelnen Gebäude waren im gesamten Stadtgebiet von Trier verteilt. Neben dem Gebäude des heutigen Stadtmuseums gab es weitere Standorte in der Dietrichstraße und im Bischöflichen Priesterseminar und Jesuitenkirche.

Ein besonderer Ort. 50 Jahre Universität Trier in Schlaglichtern

Sonderausstellung im Stadtmuseum Simeonstift 

14. Februar 2021 bis 18. April 2021

Für wen ist diese Ausstellung geeignet?

Die Sonderausstellung ist nicht nur für Alumni interessant. Auch aktuelle Studierende, Universitätsangestellte und Geschichtsinteressierte sind hier gut aufgehoben. Die Ausstellung besteht weniger aus klassischen Ausstellungsstücke als viel mehr aus einer Sammlung von themenbezogenen oder chronologischen Ereignissen. 

Neben der Gründung der heutigen Universität erfährt man auch sehr viel über die Geschichte der alten Universität und den langen und harten Weg zur heutigen.

Öffnungszeiten und Adresse:

Ein inzwischen leidiges aber notwendiges Thema sind die behördlichen Verordnungen zum Schutze vor Corona. Daher kann es immer wieder zu kurzfristigen Änderungen bezüglich des Zugangs oder der Öffnungszeiten kommen. Unter normalen Umständen sollte das Stadtmuseum allerdings täglich von 10:00 bis 17:00 geöffnet sein. 

Montag bis Sonntag: 10:00 bis 17:00

Simeonstraße 60, 54290 Trier

Gerade die Problematik bei geführten Ausstellungen kann hiervon stark betroffen sein. Am besten informierst Du Dich daher rechtzeitig auf den Webseiten der zuständigen Behörden und des Stadtmuseums. Die zeitlich begrenzte Sonderausstellung wird daher ständig auf die aktuelle Situation zeitlich angepasst.

Das Stadtmuseum Trier im Netz:

Auch wenn uns der Lockdown noch einige Zeit von der Sonderausstellung fernhalten wird, behalte diese tolle Ausstellung wirklich im Hinterkopf. Es lohnt sich. Nebenbei kannst Du natürlich auch den Rest des Museums besichtigen. Wir wünschen Dir viel Spaß, sobald es wieder möglich sein wird!

*Der Besuch erfolgte auf Einladung des Stadtmuseums Simeonstift Trier, das in Kooperation mit der Universität Trier zum Instawalk einlud.