Wer mich kennt weiß, dass ich mich viel mit Beauty-Produkten beschäftige und mir und meiner Haut auch gerne etwas gönne. Bisher habe ich mir dabei aber weniger Gedanken über den genauen Inhalt und die Zusammensetzung meiner täglichen Pflege gemacht.

Hier findet bei mir gerade ein Bewusstseinswandel statt, den eigentlichen Auslöser kann ich nicht einmal festmachen, aber in einer Zeit wo wir aufgeklärter denn je sind (oder sein können), ist es die richtige Richtung. Sicherlich geht dieser Richtungswechsel nicht zu Lasten meiner kleinen Spa-Einheiten im heimischen Bad. Vielmehr soll es den bedenklichen Inhaltsstoffen meiner Cremetiegel an den Kragen gehen.

An dieser Stelle sei aber gleich gesagt, dass ‚Frau Schirra bloggt‘ jetzt kein Green-Blog mit einer radikalen Entweder-oder Haltung wird. Das stört mich mitunter am meisten an diesem Thema. Ich möchte weder jemanden in die sprichwörtliche Steinzeithöhle zurück manövrieren, noch ein schlechtes Gewissen verursachen. Ich habe mich mit diesem Thema einfach intensiv beschäftigt und beschlossen es für mich zu ändern. Schließlich geht es um die Gesundheit und Kosmetik kann gesund und risikoarm sein. Ich finde es klasse, dass wir als Verbraucher inzwischen diese verschiedene Optionen haben. Die heutige Hightech Naturkosmetik hat nämlich wirklich nichts mehr mit der Biokosmetik wie vor 20 Jahren zu tun. 

Für den Blog bedeutet dies, das zukünftige Produktvorstellungen deutlich besonnener ausfallen werden. Die Zukunft wird definitiv nachhaltiger, das ist einfach nun mal Fakt und hier sollten wir nicht in der Vergangenheit verortet bleiben.

Verzicht auf kritische Inhaltsstoffe

In Zukunft möchte ich also bewusster, am besten auch nachhaltiger konsumieren und dabei gleichzeitig (das ist mir besonders wichtig) auf kritisch diskutierte Inhaltsstoffe, besonders auf hormonell wirksame Chemikalien verzichten.

In der Tat ist es nämlich so, dass gerade letzteres in Kosmetika gesetzlich (noch) nicht verboten ist. Hier hat der Hersteller völlig freie Hand, ob er diese strittige Stoffgruppe seinen Produkten zufügt und letztendlich so mit unserer Gesundheit spielt.

Um ein Gefühl dafür zu bekommen… hormonell wirksame Chemikalien können unter anderem zu Unfruchtbarkeit, Brustkrebs und verfrühte Pubertät führen. Zahlreiche In-Vivo Studien bestätigen dies. Ein Grund das Ganze nicht auf die leichte Schulter zu nehmen und mit Respekt zu begegnen.

Die europäische Kosmetikverordnung

Vielleicht hast Du schon einmal von der europäischen Kosmetikverordnung gehört, ihr Hauptanliegen liegt darin die Sicherheit von kosmetischen Produkten zu gewährleisten. Die Regeln sind weitestgehend schriftlich fixiert und auch genau vorgegeben. Das ist deshalb so wichtig weil kosmetische Mittel, anderes als Arzneimittel, nicht zulassungspflichtig sind. Hier möchte ich kurz auf zwei Punkte eingehen.

Punkt 1
Allein der Hersteller ist für die Sicherheit seines Produktes verantwortlich. Für jedes seiner Produkte muss er zwar eine Risikobewertung vornehmen, die sogenannte Produktinformationsdatei, diese wird aber von den zuständigen Behörden nur stichprobenartig kontrolliert.

Punkt 2
Welche Stoffe in Kosmetika strikt verboten sind und welche bis zu einer festgelegten Menge verwendet werden dürfen, das ist ebenfalls in der EU-Kosmetikverordnung festgelegt.

Dann ist ja alles gut!

Nicht ganz. Eine Untersuchung hat gezeigt, dass fast jedes Dritte Kosmetikprodukt hormonell wirksame Chemikalien enthält. Jedes Fünfte gleich zwei oder sogar mehr. Jedes Produkt für sich allein genommen mag zwar die gesetzliche Höchstmenge erfüllen, doch über den Tag verteilt kann es zu einer Aufaddierung mit verschiedenen Produkten kommen und somit zu einer regelrechten „Überdosierung“. Dessen sollte man sich bewusst sein.

(Erst) seit April 2015 sind zwei der gefährlichsten Parabene – Propylparaben und Butylparaben (Konservierungsstoffe) – EU-weit in Produkten für Kinder unter drei Jahren verboten.

Das haben wir den Dänen zu verdanken, die das Verbot aber bereits schon 2011(!!) in ihrem eigenem Land aussprachen. Man war damals nicht gewillt zu warten bis alle Akteure der EU sich einig waren. Als die alarmierende Einschätzung des Danish National Food Instituts vorlag, wollte Dänemark seine Kinder umgehend schützen.

Die Macht der Kundinnen

Nun kommt die Beauty-Industrie im Moment ja ziemlich grün und natürlich ums Eck. Das macht es nicht mehr leicht, das „gute“ Produkt zu finden. Dann gibt es da ja auch noch Mikroplastik und Nanopartikel die für unsere Haut so gar nichts tun und nur unserer Umwelt erheblich schaden. Diese billige Füllstoffe möchte ich in meiner Kosmetik genauso wenig sehen. Von der Problematik Palmöl ganz zu schweigen…

Einer allein kann die Welt von heute auf morgen nicht verbessern, aber ein bisschen verändern können wir sie durch bewusstes Shopping allerdings schon. Wann immer wir Kundinnen nämlich darauf achten, was in unserer Creme und dem Make-up drin steckt, werden die Firmen darauf reagieren müssen. Wir selbst können ja nur an der Quelle ansetzen – am Produkt. Entspricht es nicht unserem Qualitätsanspruch, kaufen wir es nicht. Fertig! Wie lange wird es da dauern bis ein Hersteller umdenkt?

Es gibt Alternativen

Zugegeben, es ist wie die Suche nach der berühmten Nadel im Heuhaufen, aber es gibt sie, die Alternativen. Selbst ich nutze beim Aufstöbern interessanter Produkte inzwischen ein kostenpflichtiges Kosmetikanalyse-Tool, was die Inhaltsstoffe auf Herz und Nieren prüft und genaue Erläuterungen darüber liefert wieso ein Stoff gut, bedenklich oder gar kritisch ist. Die kostenlose Codecheck-App benutze ich auch. Sie liefert recht zuverlässige Daten über die Verwendung von Palmöl in Produkten. Für alle anderen Angaben ist sie mir allerdings zu allgemein gehalten.

Wenn Dich meine „neuen“ Produkte zukünftig auch weiterhin interessieren, dann bleib hier einfach am Ball. Wenn Du magst, kannst Du den Blog auch gerne per Newsletter abonnieren. Inzwischen ist das nämlich wieder möglich.

Am Ende bleibt zu sagen, dass das Analysieren der Inhaltsstoffe nur etwas bringt, wenn Hersteller ihre Produkte auch wahrheitsgemäß deklarieren. Soviel Vertrauen setze ich jetzt einfach voraus, per EU- Kosmetikverordnung sind sie allemal dazu verpflichtet.