Man lernt nie aus – Schon gar nicht beim Sprechen! Da ich beruflich in einem internationalen Umfeld mit fast 40 Nationalitäten arbeite und fast jedes Wochenende verreise, ist ein Intensivsprachkurs eine tolle Möglichkeit, sowohl sich selbst als auch dem Arbeitgeber eine Win-Win-Situation zu schaffen.

Welcher Kurs ist der richtige für mich?

Bereits seit längerem war ich auf der Suche nach einer geeigneten Möglichkeit, mein Englisch zu verbessern. Ein Sprachurlaub sollte es werden. Da meine Englischkenntnisse aus Schule, Studium und Beruf auf einem annehmbaren Niveau lagen, wollte ich wirklich an der Fähigkeit zu sprechen feilen. Dies wird auch nur erreicht, wenn man wirklich dazu gezwungen wird, Englisch zu sprechen. Sprachkurse im Inland mögen zwar eine gute Grundlage bieten, können jedoch nie einen Kurs im Ausland ersetzen.

Da ich fast jedes Wochenende unterwegs bin und auch große Reisen in ferne Länder wage, fehlt es mir nicht an der Praxis. Ich gehe daher auch gezielt deutschsprachigen Angeboten im Ausland aus dem Weg. Ausflüge, Fluggesellschaften oder Kreuzfahrten werden fast immer in Englisch gebucht. Um den Vorteil eines Bildungsurlaubs nutzen zu können, gibt es allerdings diverse Regeln. Diese kannst Du Dir später in diesem Beitrag in Ruhe durchlesen.

Aufgrund der besagten Regeln für Bildungsurlaub blieb mir also nur die Möglichkeit, einen mindestens 5 tägigen Sprachkurs mit wenigstens 30 Wochenschulstunden zu besuchen. Nach kurzer Onlinerecherche wurde ich auf das Kursangebot von LAL aufmerksam. LAL selbst bietet eine super Übersicht über anerkannte Sprachkurse. LAL Sprachreisen bietet neben klassischer Schülersprachkurse auch Erwachsenenbildung an. So können also auch gezielt die eigenen Kids in einen „betreuten“ Jugendurlaub geschickt werden. Regelmäßig lockt LAL mit Angeboten, wie 2 Wochen zum Preis von einer, Nimm Deinen Freund mit und zahlt nur für einen,…

Im weiteren konzentriere ich mich jedoch auf den anerkannten Bildungsurlaub bei LAL. LAL bietet auf Malta drei Standorte an: Sliema, Gozo und St. Julians. Generell gibt es bei fast allen Sprachschulen ähnliche Übernachtungsmöglichkeiten:

  • Komplettangebot inklusive Unterbringung
    • in einer Gastfamilie
    • einem Hotel
    • Jugendherberge/Hostel
  • Reines Kursangebot ohne Unterbringung

Meist wird Dir auf der Webseite zunächst nur der Komplettangebotspreis angezeigt. Erst im weiteren Buchungsschritt kannst Du „eigene Unterbringung“ auswählen. In meinem Fall kostete der 30 stündige Intensivkurs 290,- Euro. Kurze Zeit gab es ihn sogar für nur 190,- Euro im Angebot.

Warum Malta?

Zunächst wollte ich aufgrund des in der Firma genutzten American English eine Sprachschule in den USA besuchen. Ein Besuch der Firmenzentrale an den großen Seen hätte da auch mit auf dem Programm gestanden. Sehr günstige Transatlantikflüge ab circa 200,- Euro befürworteten dies, leider gab es allerdings in Nordamerika nur wenige vom Bundesland Rheinland-Pfalz anerkannte Sprachkurse. Je nach Sprachschule und Bundesland variieren für Bildungsurlaub anerkannte Kurse zwischen 5 und 10 Schultage. Meist wird ein Kurs mit mindestens 30 Wochenschulstunden vorausgesetzt. Leider gab es nur wenige solcher anerkannten Kurse. Einer war in Washington, ein anderer in New York und einer in Boston. Alle Sprachkurse in Chicago entsprachen leider nicht den geforderten Voraussetzungen.

Also bleibe ich eben in Europa! In Europa kannst Du für Englischsprachkurse generell zwischen Großbritannien, Irland und Malta wählen. Da ich noch nie auf Malta war, Malta im Süden liegt und der Kurs im Februar sein sollte, eine einfache Entscheidung!

Malta selbst ist weltweit bekannt für Sprachreisen. Gerade einmal 500.000 Malteser leben auf dieser kleinen Mittelmeerinsel zwischen Sizilien und Tunesien. Teils ab 5,- Euro kommt man unter anderem von Karlsruhe, Köln, Luxemburg und Frankfurt in nur etwa 3 Stunden Flugzeit mit Ryanair, Air Malta, Eurowings und Lufthansa dort hin. In meinem Fall bezahlte ich inklusive Handgepäck ab Köln für hin und zurück knapp 50,- Euro. Nur Frankfurt bietet tägliche Flüge, ab den anderen genannten Flughäfen im Westen finden nur ein bis zwei Mal pro Woche Flüge statt. Air Malta kooperiert seit kurzem mit Ryanair, daher nicht verwundert sein.

WERBUNG:

In Malta spricht man nicht nur Englisch, man nutzt auch den British Standard bei Steckdosen und fährt links! In der Vergangenheit hielten immer wieder unterschiedliche Herrscher auf der kleinen Insel Einzug. Neben den Römern, den Mauren, dem Johanniterorden, den Franzosen auch die Engländer! Daher ist es nicht verwunderlich, dass Malta so viele unterschiedliche Eindrücke liefert. Neben Englisch wird auch Maltesisch gesprochen, eine der arabischen Sprache angelehnten Abwandlung. Der Johanniterorden spendete der heutigen Nationalflagge die Grundlage, die Römer die Esskultur und die Engländer die modernen Lebensstandards.

Was ist Bildungsurlaub? Wem steht er zu?

Natürlich steht es jedem selbst frei, seine Freizeit sinnvoll zu nutzen, doch wer möchte schon gerne eine Fortbildung dann absolvieren, wenn er auch mit dem Partner oder der Familie im wohlverdienten Jahresurlaub sein kann. Einige Bundesländer bieten hierzu eine ideale Alternative. 

Das Zauberwort heißt: Bildungsurlaub. Anders als die veraltete Sicht, dass gelernt, gelernt ist, bewegen wir uns heute in einem immer komplexeren und internationalerem Umfeld. Ständig müssen wir uns hierzu fortbilden. Neben Sprachen kann dies im Prinzip alles sein, was sich stetig weiterentwickelt. Sprachen mögen sich zwar nur langsam ändern, sind aber eines der Dinge, die ständig praktiziert werden müssen. Neben Deutsch ist Englisch inzwischen in fast allen Firmen Pflicht. Der Weg nach vorne kann nur noch bestritten werden, sollte man international kommunizieren können. 

Der Bildungsurlaub ist demnach eine gute, lebenslange Möglichkeit, sich selbst weiter zu entwickeln. Natürlich soll diese Möglichkeit nicht für „Urlaub“ zweckentfremdet werden. Daher gibt es je nach nach Bundesland ähnliche Bedingungen. Prinzipiell sind jedoch alle gleich:

Der Arbeitgeber stellt den Mitarbeiter bezahlt frei und der Mitarbeiter zahlt die Seminargebühren!

Schließlich profitieren beide hiervon. Sprachkenntnisse können idealerweise auch im Privatleben genutzt werden. Der Arbeitgeber kann in besonderen Fällen auch seine Ausfallkosten durch Förderungen zurückbekommen. Für den Arbeitnehmer kann es unter Umständen auch möglich sein, seine Auslagen steuerlich geltend zu machen.

Doch wem steht dieser Bildungsurlaub zu? Laut Gesetz heißt es allgemein: Dass der Bildungsurlaub eine bezahlte Freistellung zum Zwecke der Fortbildung ist. Doch wie überall in Deutschland kocht jedes Bundesland sein eigenes Süppchen. Gänzlich gehen gar Mitarbeiter in Bayern und Sachsen aus. Ausschlaggebend ist der Arbeitsort, nicht der Wohnort! In meinem Fall arbeite ich in Rheinland-Pfalz, wohne aber ganz woanders. In Rheinland-Pfalz gibt es ein recht simples Regelwerk: Man muss mindestens 6 Monate in derselben Firma gearbeitet haben und hat innerhalb von 2 Jahren insgesamt 10 Tage zur Verfügung. Beachte auch, dass jeder Bildungsurlaub beim Arbeitgeber beantragt werden muss! Dieser entscheidet auch nach der Sinnhaftigkeit!

Für alle, die nicht stundenlang auf den Webseiten des zuständigen Bundesland suchen möchten, für die bietet die unabhängige Webseite Bildungsurlaub.de eine einfache, verständliche Möglichkeit, alle Infos zu erfahren. Dort findest Du auch alle Regelungen Deines zuständigen Bundeslandes! Alternativ hat LAL hier auch noch einmal die wichtigsten Fragen beantwortet!

Bitte beachte, dass dieser Beitrag keine Rechtsberatung oder ähnliches darstellt. Solltest Du Bildungsurlaub beantragen wollen, klärst Du dies am besten mit Deinem Vorgesetzten ab. Zusätzlich nutze bitte die Onlinesuche, um die gesetzlichen Regelungen für Dein Bundesland zu finden.

Und wie war die Schule?

Meine Entscheidung fiel auf die IELS Malta, einem LAL language centre. Die moderne Sprachschule liegt in einer Parallelstraße zur Strandpromenade von Sliema mit Blick auf Valletta. Die Schule erinnerte mich an die Räumlichkeiten der Hochschule Trier, nur eben in einem leicht abgewandelten Farbkonzept. Untergebracht ist die Schule in einem zweigeteilten mehrstöckigen Gebäudekomplex. Im Erdgeschoss befinden sich der Buchshop, die Rezeption, Sitzgelegenheiten, diverse Büros und Konferenzräume. Darüber befinden sich zunächst Büros, bevor alle weiteren Stockwerke über Klassenräume verfügen. Es gibt dort jeweils zahlreiche Klassenräume von einer Kapazität von 2 bis über 20 Schülern. Fast alle Räume verfügen über Multimediatafeln.

Es wird gewöhnlich montags bis freitags unterrichtet. Auch sollte der Unterricht normal vormittags stattfinden. In meinem Fall, krankheitsbedingt fanden alle Kurse nachmittags zwischen 13:00 und 18:15 statt. Am ersten Tag muss man sich bereits relativ früh an der Schule einfinden. Dort wird dann zunächst ein Einstufungstest durchgeführt. Zuerst beantwortet man schriftlich einige Grammatik- und Vokabelfragen. Zusätzlich schreibt man einen Freitext über ein wählbares Thema. Anschließend werden in einem Face-to-Face-Interview die Sprachkenntnisse getestet. Aufgrund dessen wird man anschließend auf das für einen selbst passende jeweilige Niveau eingeteilt. Man bekommt einen Stundenplan und holt sich seine inkludierten Schulbücher ab. Es kann also durchaus sein, dass man in schriftlichen Themen ein ganz anderes Niveau besitzt als beim Sprechen. Ich war täglich 90 Minuten für Sprechunterricht und 180 Minuten für generelles Englisch auf gehobenem mittleren Niveau eingeteilt. 

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IELS Malta – Institute of English Language Studies
Mattew Pulis Street
Sliema SLM 3052, Malta

emailinfo@ielsmalta.com
phone: +356 2132 0381
fax: +356 2134 3332

Der Unterricht erinnerte mich nur bedingt an klassisches Schulenglisch. Besonders der Sprechunterricht findet auf einem erwachsenen Niveau statt. In der Kursgruppe befanden sich größtenteils Deutsche, Brasilianer und Japaner. Aber auch Russen, Türken, Kolumbianer und Italiener gab es. Es wurden immer Gruppen aus zwei bis vier Teilnehmern verschiedener Nationalitäten bestimmt. Diese bekamen dann 10 – 20 (kritische) Fragen oder Thesen, die sie mündlich miteinander diskutieren müssen. Fragen unter anderem waren:

  • Steigt in deinem Heimatland die häusliche Gewalt an?
  • Was war bisher das schrecklichste Erlebnis auf Malta?
  • Wird von Männer und Frauen bei gleicher Arbeit ein unterschiedliches Niveau verlangt?
Es gibt also jeder seine Meinung hierzu ab und diskutiert anschließend. Es geht in diesem Kurs weniger um das Aussprechen der Wörter als viel mehr um den Hemmungsabbau zu sprechen. 

Der Unterricht am Nachmittag fand hingegen in einer sehr kleinen Gruppe von maximal sechs Personen statt. Es wird hier eher klassisch im Lehrbuch abgearbeitet. Der englisch-schwedische Lehrer vermittelte gut die Inhalte. Es wird neben Grammatik, Vokabular auch das Hör- und Leseverstehen geschult. Es wird etwa dreimal so schnell vorgegangen wie man es früher aus der Schule her kannte. Aufgrund der höheren Vorbildung stellt dies aber kein Problem dar. Es wird auch anhand realer Videos oder bekannter Musik gelehrt. 

Das Lernniveau ist gut eingeschätzt. Man kann jedoch auch selbst ein Niveauwechsel beantragen. Das Umfeld ist sehr professionell. Wie bereits erwähnt, spreche ich von der Erwachsenenbildung. Schülerkurse entsprechen auch eher typischen Schulklassen.

Der Umgang mit den Lehrern ist eher kollegial. Dies setzt jedoch auch den eigenen Willen voraus, dass man etwas lernen möchte. Am letzten Tag wird noch ein Test über alles erlernte durchgeführt. Die Teilnahmebestätigung erhält man auch am letzten Tag. Hierzu sind mindestens 80% Anwesenheit Pflicht.

Lohnt es sich also?

Durchaus! Es ist aber letztlich jeder dafür verantwortlich, was er draus macht. Ich selbst versuche nun, dieses Kursangebot regelmäßig durchzuführen. Neben den reinen Sprachkenntnissen lernt man auch sehr viel über andere Menschen und Länder! Nur wer dies auch zulässt, gewinnt!

Jeder Deutsche fragte sich bestimmt schon einmal, warum Japaner alles, aber auch wirklich alles fotografieren? Die Antwort ist genial und doch so einfach. In Japan leben verhältnismäßig sehr viele Menschen auf kleinem Raum. Große Wohnungen oder gar Häuser sind daher fast unerschwinglich. Japaner leben demnach meist nur mit dem nötigsten an Dingen, die sie wirklich brauchen. Das Handy oder damals das klassische Fotoalbum ist somit ein zweites fast unendlich großes Zuhause!

Ist seit wenigen Jahren der Trend in Deutschland zu verspüren, dass man keine Vorurteile mehr haben darf, sie seien schlecht, sie fördern Gewalt und Ablehnung, insbesondere Ausländern gegenüber … Totaler Quatsch! Alle Ausländer werfen den ganzen Tag nur mit Vorurteilen um sich. Natürlich kommt der Deutsche hierbei nicht zu kurz und das ist auch gut so. Vorurteile sind eine gute Möglichkeit, Missstände relativ allgemein oder gar humorvoll anzusprechen. Der sizilianische Sprachlehrer erfüllte alle Klischees und machte sich noch einen Spaß draus, die eigenen Schüler regelmäßig (für kurze Zeit) zu beklauen! Aufgeklärt wurde das ganze am Ende wieder damit, als er fragte, für was Italiener bekannt seien… Kriminalität, war die Antwort! 

Ähnliche Beispiele gab es bei jeder Nationalität. Nur der böse Deutsche möchte mal wieder überkorrekt sein und darf keine Vorurteile besitzen. Nur wer andere Nationalitäten kennen lernen möchte, ist auch offen genug, Spaß von Ernst zu unterscheiden. Denn wer sich neckt, der liebt sich schließlich auch.

Somit lernt man bei so einem Sprachkurs also nicht nur die Sprache, sondern lernt auch vieles über Menschen anderer Länder kennen. 

Viel Spaß beim Lernen!
Michael