Inzwischen besitzen einige Menschen einen sogenannte Flugscham. Gemeint ist, dass sie sich selbst gegenüber oder anderen ein schlechtes Gewissen bekommen, wenn sie in ein Flugzeug steigen. Um nachhaltig Ressourcen zu schonen und um diesen Menschen ein gutes Gewissen zukommen zu lassen, entwickeln die Flugzeughersteller aktuell verschiedene Konzepte, um zumindest am Fluggerät selbst keine Schadstoffausstöße zu generieren.

Elektro-, Wasserstoff- oder Hybridantrieb

Um während des Fliegens selbst keine Treibhausgase freizusetzen, gibt es aktuell nur den Elektroantrieb oder die Nutzung von Wasserstoff. Wobei der Wasserstoff entweder in einer Brennstoffzelle zunächst Strom produziert, der damit Elektromotoren antreibt oder eben die direkte Verbrennung von Wasserstoff zum Beispiel in einer Gasturbine. 

Generell ist die Verbrennung von Sauerstoff in Verbindung mit Luft sehr klimafreundlich. Der Sauerstoff aus der Luft und der Wasserstoff verbinden sich dabei zu Wasser. Lediglich ein ganz geringer Anteil Stickoxid entsteht durch die Reaktion mit dem Stickstoff aus der Luft.

Reiner Elektroantrieb gestaltet sich gerade bei großen Flugzeugen aufgrund des Eigengewichts von Batterien als schwierig. Daher wird diese Alternative eher für sehr kleine Maschinen genutzt werden.

Ein schwieriges Geschäftsfeld

Aktuell ist der Reisemarkt sehr gebeutelt. Thomas Cook musste bereits lange vor Corona die Segel streichen. Klimademos, Kriege und Pandemien tun ihres dazu. Die Geschäftswelt hat die Videokonferenz entdeckt und der klassische Pauschalurlauber fährt mit einem Mal lieber E-Bike.

Flugscham und Klimaaktivisten

Plötzlich wurde Reisen uncool. Man wurde gar beschimpft, wenn man fliegt. Machen wir uns nichts vor, wo gehobelt wird, fallen auch Späne. Klar ist die Fortbewegung im Allgemeinen nie ohne Nachteile möglich. Daher ist es umso wichtiger, Flüge auszulasten. Der wichtigste Vergleichsfaktor ist ähnlich wie beim PKW der Pro-Kopf-Verbrauch pro 100 Kilometer. Und dieser liegt inzwischen bei rund drei Liter! Probiere das mal mit Deinem PKW!

Nichts desto trotz musst Du Dich stetig weiterentwickeln. Die Ressourcen, wie Erdöl sind nämlich endlich. Auch wenn CO2 gar nicht so schlimm wie die aktuell verbreitete Meinung ist, entstehen genug giftige Stoffe während der Verbrennung. Auch der Lärm ist ein Störfaktor für Natur und Mensch. 

FFF erwirkte mit seinen Forderungen eine höhere CO2-Bepreisung in Deutschland. In Frankreich wurden gar Kurzstreckenflüge verboten, für die es eine TGV-Alternative gibt. Doch sind Verbote der richtige Ansatz? In diesem Beispiel siehst Du, dass Fliegen durchaus auch umweltschonender sein kann.

Corona mischte den Markt auf

Die Corona-Krise mischte den Markt mehr auf als es 9/11 oder die Wirtschaftskrise 2008 jemals taten. Es zeichnet sich eine Marktveränderung ab. Gleiche Strecken müssen mit weniger Passagieren wirtschaftlich betrieben werden. Gleichzeitig die (positive) Gefahr, dass nach Corona die Reisebranche aus allen Nähten platzen wird.

Auf der einen Seite benötigt man kleine energieeffiziente Flugzeuge, auf der anderen könnte die lange Abstinenz dazu führen, dass nicht genügend Kapazitäten zur Verfügung stehen. Am Beispiel der 747 von Lufthansa und Mallorca kann man dies bereits erahnen.

Airbus im Wandel

Seit jeher war Airbus bemüht, energieeffiziente Fluggeräte anzubieten. Der A320 machte mit seiner Einführung dem bis dato führenden Platzhirsch Boeing arge Probleme. Airbus konzentriert sich dabei hauptsächlich auf Jets. 

Andere Konzepte wie die Turboprops werden hierbei spezialisierten Herstellern überlassen. Mit dem A380 wollte Airbus den Langstreckenflug revolutionieren. Man wollte möglichst viele Menschen auf einmal über lange Strecken von Metropole zu Metropole bringen. Entscheidend hierbei sollten die Zubringerflüge aus der Region sein. Mit der Einführung von kleineren Langstreckenflugzeugen, wie dem Dreamliner war es allerdings plötzlich möglich, auch kleinere Städte mit geringerer Nachfrage und kürzeren Landebahnen wirtschaftlich zu bedienen.

Alleinig Emirates feiert riesige Erfolge mit dem Superjumbo! Emirates setzt dabei auf Dubai als Hub und fliegt von da aus in die ganze Welt.

Bild: Konzeptvarianten von ZEROe (www.airbus.com)

Kerosin wird zum Bösewicht und Wasserstoff zum Platzproblem

Das klassische Kerosin hat keine Zukunft. Es ist endlich und verursacht zu viele Begleiterscheinungen. Daher sind weltweit Forscher und Hersteller daran interessiert, Alternativen zu schaffen. Dabei betrachten wir hier nicht einmal die Frage zur Alternative zum Flug. Wir legen lediglich Augenmerk auf alternative Antriebskonzepte.

Eigentlich ist Wasserstoff der ideale Ersatz für Kerosin. Er kann mit Ökostrom durch Elektrolyse umweltfreundlich hergestellt werden. (Industriell wird allerdings aktuell noch das weniger klimafreundliche Dampfrefomierungsverfahren genutzt.) Klingt fast zu schön, um wahr zu sein…

…wäre da nicht der Platzbedarf. Wasserstoff benötigt den vielfachen Raum im Vergleich zu Kerosin um die gleiche Reichweite erreichen zu können. Bisher ist der Treibstoff hauptsächliche in den Flügeln untergebracht, das würde zukünftig nicht mehr ausreichen. Airbus sieht daher aktuell noch keine Einsatzmöglichkeit für die Langstrecke.

Hybrid aus Gasturbine und Brennstoffzelle

Das Platzproblem ist die größte Herausforderung. Airbus möchte bis 2035 die ersten Serienflugzeuge bereitstellen. Dabei sollen vor allem Hybridantriebe im Fokus stehen. Zum einen soll der Wasserstoff direkt in einer Gasturbine verbrannt werden, zum anderen sollen Brennstoffzellen Strom zum Antrieb von Elektromotoren genutzt werden.

Airbus sucht nach Alternativen für die Kurz- und Mittelstrecke

Das Bild der Studie ist für Airbus eher ungewöhnlich. Turboprops kennt man eher von ATR oder Bombardier. Airbus reagiert mit dieser Studie auf die Kurzstrecke, die politisch stark zur Debatte steht. Rund 100 Passagiere können etwa 2000 Kilometer weit fliegen. Der Wasserstoff ist zum größten Teil im Heck gelagert.

Bild: Turboprop ZEROe (www.airbus.com)

Für die Mittelstrecke

Ist der Einsatz von Propellermaschinen bei der Kurzstrecke üblich, bahnt sich im Mittelstreckenbereich eine echte Innovation an. Airbus zeigt hierbei neben einem klassischen Design, ähnlich dem A320 einen Nurflügler!

Beim klassischen Design muss der Wasserstoff auch ins Heck. Es sollen 4000 Kilometer für bis zu 200 Passagiere möglich sein. Viel interessanter ist da aber wohl der Nurflügler. Mit den gleichen Leistungsdaten soll diese Turbofan-Studie allerdings den eigenen Horizont erweitern.

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Fazit: Es geht auch in Zukunft zum Strand!

Auch wenn dies alles Zukunft sein mag, sie kommt schneller als man denkt. Ich selbst finde vor allem die klimaschonenden Kurzstrecken interessant, da in Zukunft der Straßenverkehr immer dichter sein wird. 

Wasserstoff wird für große Flugzeuge eine Alternative darstellen. Kleinere Flugzeuge, eher bekannt als Flugtaxis können durchaus auch mit reinem Elektroantrieb aus Batterien effizient genutzt werden.

Das Fliegen selbst ist nicht das Problem, das „wie“ sollte man allerdings im Auge behalten!

Bildrechte: Alle gezeigten Fotos und Videos stammen von www.airbus.com. Sie wurden im Pressebereich zu journalistischen Zwecken zur Verfügung gestellt.