Überall im Internet siehst Du Bildern von leeren Flughäfen. Ein wahrlich historischer Moment, boomte die Reisebranche doch zuletzt. Neben den großen Airports gibt es aber auch zahlreiche regionale Flughäfen, wie auch den SCN. Hier siehst Du die Eindrücke unseres Sonntagsspaziergangs, einmal rund um den Ensheimer Flughafen.

Der SCN litt seit der Air Berlin-Pleite deutlich unter mangelnder Attraktivität. So konnten wir 2017 noch in unter 12 Stunden nach New York fliegen und das für 330,- Euro. Inzwischen bemüht sich der Airport für ein interessantes Angebot. DAT fliegt inzwischen wieder regelmäßig Berlin zu fairen Preisen an. München wurde wieder ersatzlos gestrichen. Luxair verbindet Luxembourg mit Hamburg über Saarbrücken und einige Ferienflieger bedienen die Mittelmeerdestinationen. Das war’s aber dann leider auch schon wieder. Allianzen mit den großen Airlines gibt es leider nicht.

Immerhin wieder im Notbetrieb

Seit wenigen Wochen gibt es immerhin wieder den ein oder anderen Flug ans Meer. DAT und Luxair verbinden nun an wenigen Wochentagen wieder den Südwesten mit Hamburg und Berlin. Schade, denn eigentlich ist der SCN ein wirklich angenehmer Flughafen. Wie gesagt, vor wenigen Jahren noch das Tor zur Welt!

Leere Schalter, geschlossene Gates, freie Bänke, … doch die Information ist wie sonst: Dienst nach Vorschrift, kein Millimeter mehr, man ist eben „der Flughafen“. Ansonsten sind alle Bereiche offen. Die Parkdecks sind größtenteils leer. Nur wenige Geschäftsreisende verirrten sich zu dem einzigen Flug nach Hamburg an diesem Abend.

Die Flybe-Pleite

Als Corona Anfang März 2020 Europa erreichte, stand plötzlich die Welt still. Folglich schlitterte die Reisebranche in eine Krise, die selbst durch Kriege und 9/11 nicht im geringsten erreicht wurde. Als eine der ersten fielen die Fluggesellschaften zum Opfer. Eine der ersten Opfer war die britische Flybe. Bereits zuvor angeschlagen, stellte Flybe von heute auf morgen den Betrieb in der ersten Märzwoche ein. Noch kurz zuvor hofften die Briten, dass virgin atlantic das Unternehmen retten könnte.

Zwar flog Flybe zu ihrer aktiven Zeit nie planmäßig SCN an, nach der Pleite stehen allerdings inzwischen dutzende der lila-farbigen Turboprops. Wahrscheinlich stehen die Propellermaschinen nicht ganz zufällig in Ensheim, denn die Contact Air Werft mit Sitz am Saarbrücker Flughafen ist spezialisiert auf Turboprops.

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Flughafenführung Airport SCN Saarbrücken

Kaum da, drücke ich mir die Nase an der Scheibe platt. Trotz Flugangst ziehen mich Flieger magisch an! Umso erstaunlicher ist es, dass ich zwar häufig auf Flughäfen unterwegs bin, aber noch nie hinter die Kulissen geschaut habe. Knapp 10

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Der Saarbrücker Flughafen ist vielen vor allem durch die berüchtigt sehr kurze Start- und Landbahn ein Begriff. Doch dies ist für moderne Flugzeuge inzwischen kein wirkliches Problem. Ein spezieller Asphalt verringert deutlich die benötigte Länge. Zudem gibt es am Ende einen speziellen Untergrund, der durch Einbrechen in den Boden das Flugzeug sofort stoppt.

Der Flughafen im Grünen

Da der Airport so klein ist, zudem noch auf einem Bergplateau gelegen ist, ist er ringsum von Feldern und Wäldern umgeben. Ideal für einen Spaziergang also! Plane am besten 90 Minuten mit kurzem Stopp am Airport ein.

Den besten Blick

Auf der Südseite, nahe Ensheim, gibt es die Aussichtsplattform, die hauptsächlich von Planespottern genutzt wird. Die Bilder hiervon findest Du unter anderem hier.

Bleibt zu hoffen, dass es bald wieder für alle bergauf geht! Es ist ein trauriges Bild, wenn dutzende intakte Flugzeuge auf dem Rollfeld vor sich hin vegetieren. Immerhin lädt der Airport noch für einen kleinen Snack ein.